Das Team um Trainer Armin Veh auf dem Römer-Balkon
Das Team um Trainer Armin Veh auf dem Römer-Balkon Bild © picture-alliance/dpa

Tausende Menschen sind auf den Römerberg geströmt, um den Bundesliga-Aufstieg der Frankfurter Eintracht zu feiern. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) richtete einen besonderen Wunsch an das Team.

Mit ohrenbetäubendem Jubel sind die Spieler und Verantwortlichen der Eintracht auf dem Römerbalkon empfangen worden. Während die Vereinshymne "Im Herzen von Europa" durch die Innenstadt schallte, brannten tausende Fans auf dem Römerberg ein Feuerwerk ab und die Spieler schüttelten ungläubig ihre Köpfe angesichts des Empfangs, der ihnen bereitet wurde.

Veh bedankt sich bei Fans

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintrachtfans feiern Aufstieg

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"Es ist unfassbar hier", sagte Kapitän Pirmin Schwegler dem hr-fernsehen. "Aber wir wussten vorher schon, dass wir gute Fans haben." Schweglers Mittelfeldkollege Sebastian Rode meinte ebenfalls, er habe "so etwas noch gar nicht erlebt". Die mehr als 7.000 feiernden Fans vom Balkon aus zu erleben, sei "ein unglaubliches Bild".

Nachdem "Feierbiest" Ümit Korkmaz den ohnehin übermäßig lauten Fans noch weiter eingeheizt hatte, schnappte sich dann auch Trainer Armin Veh das Mikrofon und bedankte sich im Namen des Vereins beim treuen Anhang: "Ihr wart eine ganz große Hilfe für uns. Ohne Euch hätten wir es sicherlich nicht geschafft. Vielen, vielen Dank!"

Roth will in die Champions League

Bereits in den Mittagsstunden waren die ersten Fans ins Zentrum der Stadt gepilgert, um sich einen guten Platz für die Feierlichkeiten zu sichern. Die Mannschaft bereitete sich da noch auf das letzte Saisonspiel in Karlsruhe vor. Dass die Begegnung mit 0:1 verloren ging, trübte die Stimmung nicht – ebenso wenig, dass dadurch die Meisterschaft in der zweiten Liga verpasst wurde. Denn die Eintracht hat den Aufstieg mit einer Rekordsaison sichergestellt: Noch nie sammelten die Hessen so viele Punkte (68), und noch nie schoss sie so viele Tore (76).

Ehe es auf den Balkon ging, war der Eintracht-Tross im Kaisersaal des Römers von der scheidenden Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) empfangen worden.

"Herzlichen Dank! Dass die Eintracht wieder erstklassig ist, das können wir mit Geld nicht ausgleichen", sagte Roth. Und fügte hinzu: "Ich wünsche mir, dass Eintracht in der nächsten Saison in der Champions League spielt."

Bruchhagen und das Pony

Damit sorgte sie nicht nur bei Veh und seinen Schützlingen für überraschte Blicke und Schmunzeln. Vorstandschef Heribert Bruchhagen bedankte sich artig bei der Politikerin, verglich den Ruf nach der Königsklasse aber mit dem Wunsch seiner Tochter, die sich einmal ein Pony gewünscht hatte, das zwei Meter hoch springt.

Bruchhagen sprach von einer "besonderen Ehre", im Römersaal empfangen zu werden und bedankte sich auch bei der Stadt Frankfurt: "Unser Stadion ist einzigartig. Wir werden alles tun, die Erwartungen zu erfüllen."

Hübner mit verkürzter Sommerpause

Große Erwartungen an Bruchhagen und Manager Bruno Hübner hatte auch Veh an seine Vertragsverlängerung geknüpft. "Er hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir uns auf fünf, sechs Positionen verstärken müssen. Der Trainer hat mir eine Liste gemacht, und die muss ich jetzt abarbeiten", sagte Hübner. Er habe viele talentierte Spieler im Kopf, doch Namen könne er naturgemäß noch nicht nennen.

Der Trainer richtete den Blick sogleich schon auf die Bundesliga. "Ich weiß ganz genau, dass wir etwas tun müssen", sagte Veh. Mit der Vereinsführung habe er "einen Kompromiss gefunden", sodass nun die Möglichkeit bestehe, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen.

Mit diesen Problemen müssen sich die Spieler glücklicherweise nicht herumplagen. In der kommenden Woche stehen noch drei Freundschaftsspiele gegen unterklassige Teams an. "Und dann geht's erstmal in den Urlaub, den haben wir uns auch verdient", so Rode. Im August heißen die Gegner dann wieder Bayern München und Borussia Dortmund statt Ingolstadt und Aue. Mo Idrissou ist bei dieser Aussicht nicht Angst und Bange: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir sind Eintracht Frankfurt!"