Schülerdemo gegen Abschiebungen
Solidarität mit Mitschülern: Offenbacher Schüler setzten sich gegen Abschiebungen ein Bild © privat

70 Jugendliche in Offenbach sind von Abschiebungen bedroht - ihre Mitschüler sind aus Solidarität auf die Straße gegangen. Sie fordern einen Abschiebestopp.

Rund 500 Schüler haben in Offenbach gegen die Abschiebung von Mitschülern nach Afghanistan protestiert. Aufgerufen zu dem Demonstrationszug am Dienstag hatte der Stadtschülerrat. Man wolle damit ein Zeichen setzen, sagte Sprecherin Hibba Kauser.

Ihren Angaben zufolge droht über 70 Jugendlichen in Offenbach die Abschiebung, den meisten von ihnen nach Afghanistan. Als Grund nannte sie das Erreichen der Volljährigkeit - minderjährige Flüchtlinge sind davor geschützt.

"Sie würden uns bereichern"

Es sei unerträglich, dass Mitschüler in ein unsicheres Land und damit möglicherweise in den Tod geschickt würden. Es gehe jetzt gerade wieder los mit den Abschiebungen, sagt Kauser hessenschau.de. Viele der betroffenen Jugendlichen seien am Dienstag mit auf die Straße gegangen. Die meisten kämen aus Afghanistan, einige auch aus anderen Ländern wie Pakistan.

"Es geht uns aber nicht nur um Abschiebungen nach Afghanistan", sagte Kauser, "niemandem darf die Perspektive genommen werden". Im Aufruf zur Demonstration hieß es: "Sie haben sich hier integriert, ihre Perspektiven wahrgenommen und haben ebenfalls Pläne für die Zukunft, die auch uns bereichern würden."

Deshalb verlangten die Schüler einen dauerhaften Abschiebestopp. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 500. Zu Zwischenfällen sei es bei der Demo nicht gekommen. "Alles total brav und friedlich", sagte ein Sprecher.

Sendung: hr-iNFO, 29.8.17, 20 Uhr