Weihnachten Einkaufen Handel Frankfurt Sujet
Geschenke besorgen am 24. Dezember fällt diesmal aus. Bild © picture-alliance/dpa

Ein verkaufsoffener Heiligabend ist in Hessen kein Thema. Die Läden bleiben zu, stellte die Landesregierung klar und verwies auf die Gesetzeslage. Für Kontroversen sorgen aber die Termine einiger Weihnachtsmärkte.

Es wird sie immer geben: Menschen, die ihre Weihnachtsgeschenke auf den wirklich allerletzten Drücker besorgen. Noch am 24. Dezember verstopfen sie die Rolltreppen in den Kaufhäusern und sorgen für lange Schlangen an den Kassen der Einzelhändler.

Dieses Szenario fällt in diesem Jahr aus - zumindest in Hessen. Denn der Heilige Abend fällt 2017 auf einen Sonntag. Und während ganz Deutschland darüber diskutiert, ob die Läden an diesem Tag ausnahmsweise geöffnet werden sollten, hat das Hessische Sozialministerium dazu ganz klar "Nein" gesagt. Denn die Rechtslage ist eindeutig: Das 2006 in Kraft getretene Hessische Ladenöffnungsgesetz (HLöG) stellt Sonn- und Feiertage unter besonderen Schutz.

Heiligabend ist als 4. Adventssonntag geschützt

Zwar gestattet das HLöG Städten und Gemeinden bis zu vier Ausnahmen im Jahr aus Anlass von Märkten, Messen oder örtlichen Festen. Doch einige Tage sind davon ausdrücklich ausgenommen. Unter anderem sind dies die vier Adventssonntage. Und der 24. Dezember ist in diesem Jahr nun einmal der 4. Advent.

Ganz verzweifeln muss man trotzdem nicht, wenn einem am Morgen des 24. noch Geschenke fehlen. An Flughäfen und Bahnhöfen darf nämlich auch an diesem Tag Reisebedarf verkauft werden, Tankstellen dürfen Sprit abgeben, und der Kiosk darf weiterhin Zeitungen und Tabakwaren anbieten. Eine hübsch verpackte Zahnbürste oder ein formschöner 5-Liter-Kanister Super-Benzin wären also zu kriegen.

Kirche kritisiert frühe Weihnachtsmärkte

Diskutiert wird aber nicht nur über die Ladenöffnung an Heiligabend, sondern auch über den Start der Weihnachtsmärkte. Einige Städte beginnen mit dem Budenzauber in diesem Jahr noch vor dem Totensonntag am 26. November, sehr zum Missfallen der Kirchen. Der Darmstädter Weihnachtsmarkt etwa eröffnet schon am 20. November, Fulda folgt vier Tage später.

Videobeitrag

Video

zum Video Darmstädter Weihnachtsmarkt startet früh

Ende des Videobeitrags

In Rüdesheim (Rheingau-Taunus) startet am 23. November ein privat organisierter "Weihnachtsmarkt der Nationen". Einem Sprecher zufolge hatten die Hotel- und Tourismusbetriebe auf einen frühen Beginn gepocht.

"Künstliche Ausweitung der Adventszeit"

Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sieht dadurch den Sinn des Weihnachtsfestes in den Hintergrund gedrängt und sprach von einer "künstlichen Ausweitung der Adventszeit". Der Totensonntag sei eine kulturelle Errungenschaft, die auch entsprechend gewürdigt werden müsse: "Die Gefahr ist, dass wir sonst irgendwann soweit sind, dass es Schoko-Osterhasen zum Glühwein gibt."

Um dem Umsatzbedürfnis der Geschäftsleute gerecht zu werden, schlägt die EKHN vor, den Betrieb lieber bis ins neue Jahr zu verlängern. Aus dem Weihnachtsmarkt könne dann nach den Feiertagen ein Neujahrsmarkt werden.