Bildcollage: Landesticket, 500-Euro-Schein, Kita - Kinderhände mit Namen
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Ein kostenloses Landesticket im öffentlichen Dienst, eine günstigere Kindergarten-Betreuung und steigende Renten: Das neue Jahr bringt auch neue Regeln und Gesetze mit sich. Diese Änderungen sollten Sie kennen.

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Autos, die bei einem Unfall von selbst Hilfe anfordern, eine günstigere Kindergarten-Betreuung in Hessen - und Limburg bekommt eine Umweltzone. 2018 bringt eine Menge Neuerungen mit sich. Hier ein Überblick:

Kinder

Kindergarten-Gebühren werden ab August 2018 in Hessen nahezu abgeschafft. Die drei Kindergarten-Jahre vor dem Schuleintritt werden gebührenfrei, allerdings mit einer zeitlichen Einschränkung. Lediglich sechs Stunden täglich werden die Kinder kostenfrei betreut. Bereits seit 2007 werden Eltern die Beiträge für das letzte Kita-Jahr erlassen - allerdings ebenfalls zeitlich beschränkt auf fünf Stunden.

Das Kindergeld wird um zwei Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es 2018 dann jeweils 194 Euro pro Monat.

Verkehr

Ab 2018 können alle Beschäftigten des Landes in ganz Hessen kostenlos Bus und Bahn fahren. Für das Landesticket nimmt das Land jährlich rund 51 Millionen Euro in die Hand. Das Ticket ist ab dem 1. Januar gültig. Davon profitieren die rund 145.000 für das Land arbeitenden Menschen - etwa 90.000 Beamte, 45.000 Tarifbeschäftigte sowie 10.000 Auszubildende. Unter der Woche ab 19 Uhr und an Wochenenden können zusätzlich ein Erwachsener sowie alle zum Haushalt gehörenden Kinder bis 14 Jahre kostenfrei mitgenommen werden.

Im Limburg tritt Ende Januar die Umweltzone in Kraft. Nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette dürfen in die Innenstadt fahren. Limburg wird nach Frankfurt, Darmstadt, Marburg, Wiesbaden und Offenbach die sechste hessische Stadt mit Umweltzone. Ursprünglich sollte die Umweltzone ab dem 1. Januar gelten, doch zum Jahreswechsel konnten noch nicht alle Hinweisschilder aufgestellt werden.

Notrufsystem eCall
Neuwagen müssen ab dem 31. März 2018 mit Notrufsystem ausgerüstet sein. Bild © picture-alliance/dpa

Neuwagen müssen ab dem 31. März mit dem Notrufsystem eCall ausgerüstet sein. Bei schweren Unfällen setzt das System automatisch einen Notruf ab.

Wer plant, ein neues Auto zu kaufen, sollte dies vor dem 1. September tun. Danach fällt die Kfz-Steuer für neu zugelassene Fahrzeuge wegen des neuen Abgastests WLTP möglicherweise höher aus. Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts.

Kommunen

Aus vier Gemeinden im Odenwald wird am 1. Januar die neue Stadt Oberzent. Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal - sie bilden künftig die Stadt Oberzent, die flächenmäßig damit die drittgrößte Stadt Hessens ist.

Rente

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung wird zum Jahreswechsel um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent sinken. Nach 2022 dürfte der Beitrag aber wieder steigen.

Die Renten steigen: Die 21 Millionen Rentner können sich auf eine Anhebung ihrer Altersbezüge um rund drei Prozent im kommenden Jahr einstellen. Voraussetzung ist, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln.

Sozialleistungen

Der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt zum 1. Januar von 409 Euro auf 416 Euro, der Betrag für Paare erhöht sich von 368 Euro auf 374 Euro pro Partner.

Geld und Steuern

Die Abgabe der Steuererklärung wird einfacher - zumindest was das Einreichen von Belegen angeht. Ab 2018 genügt es, die Belege aufzuheben und sie auf Nachfrage einzureichen.

Ab dem 13. Januar gibt es für Bankkunden eine Verbesserung. Ab dann gelten neue europaweit einheitliche Regelungen zum Zahlungsverkehr. Bankkunden haften bei Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte oder des Online-Bankings für entstandene Schäden nur noch bis maximal 50 Euro. Händler dürfen bei Buchungen übers Internet künftig keine gesonderten Gebühren mehr für Kreditkartenzahlungen verlangen. Ab November werden Echtzeitüberweisungen in der Eurozone möglich sein.

Viele von diesen Scheinen wurden auch 2017 wieder sinnlos ausgegeben
Der 500-Euro-Schein wird nach und nach eingezogen. Bild © Imago

Es heißt Abschied nehmen vom 500-Euro-Schein. Der größte Schein der Gemeinschaftswährung wird nicht mehr gedruckt und soll ab Ende des Jahres nicht mehr ausgegeben werden.

Reisen

Frankfurt hat zum 1. Januar die Einführung eines Tourismusbeitrags beschlossen. Pro Übernachtung werden zwei Euro fällig. Beitragspflichtig sind alle "ortsfremden Personen, die nicht zur Ausübung ihres Berufes in Frankfurt entgeltpflichtig übernachten".

Die Insel Aitutaki - Teil der Cook-Inseln
Reisen können auch kurz vor Antritt teurer werden als zunächst gedacht. Bild © picture-alliance/dpa

Reisende müssen ab Juli höhere Preisaufschläge für schon gebuchte Reisen hinnehmen. Der Veranstalter darf den Preis bis zu 20 Tage vor Reisebeginn um bis zu acht Prozent erhöhen - bislang waren fünf Prozent erlaubt.

Bei Mängeln können Reisende ihre Ansprüche aber künftig zwei Jahre lang geltend machen. Bisher war das nur bis zu einem Monat nach der Rückkehr von der Reise möglich.

Datenspeicherung: Ab Mai speichert das Bundeskriminalamt Daten wie Name, Sitzplatz, Flugnummer und IP-Adresse aller Auslandsfluggäste fünf Jahre lang.

Medien

Bei Online-Abodiensten fällt im kommenden Jahr das sogenannte Geoblocking weg: Kostenpflichtige Streaming-Dienste etwa für Filme, Musik oder Videospiele lassen sich ab dem 20. März 2018 auch im EU-Ausland nutzen, ohne dass die Anbieter dafür zusätzliche Gebühren erheben dürfen.

Immobilien

Besserer Schutz für Bauherren ab 1. Januar. Firmen müssen privaten Bauherren detaillierte Baubeschreibungen aushändigen, so dass sie verschiedene Angebote besser vergleichen können und bei Streitigkeiten Beweise haben. Zudem müssen die Unternehmen verbindliche Angaben zur Zeit der Fertigstellung machen. Und: Häuslebauer können Bauverträge binnen 14 Tagen widerrufen.