Karnevals-Präsident May sucht Prinzenpaar
Otto May wünscht sich ein neues Prinzenpaar an seiner Seite. Bild © FKG Die Eddernarren

Nach mehreren kurzfristigen Absagen steht Fritzlar noch immer ohne närrisches Prinzenpaar da. Eine Taskforce versucht die Karnevals-Schmach mit allen Mitteln zu verhindern.

Wer schon immer einmal mit "Ihre Majestät" angesprochen werden wollte, sollte jetzt genau aufpassen. Die Chancen, noch in diesem Jahr zu Prinz oder Prinzessin aufzusteigen, stehen gut wie nie. Die nordhessische Kleinstadt Fritzlar (Schwalm-Eder) ist rund einen Monat vor Beginn der närrischen Jahreszeit auf verzweifelter Suche nach einem Karnevals-Prinzenpaar. "Wir haben immer noch niemanden, es ist sehr, sehr schwierig dieses Jahr", beklagte Otto May am Donnerstag im Gespräch mit hessenschau.de.

Klinken putzen für den Karneval

Der Präsident der Fritzlarer Karnevals-Gesellschaft "Die Eddernarren" bildet gemeinsam mit seinen beiden Vizepräsidenten Marco Faupel und Günter Hildebrandt eine dreiköpfige Taskforce, die sich die Akquise eines Prinzenpaars auf die Faschingsfahne geschrieben hat. Das Trio hatte vor einigen Wochen zwar schon das passende Pärchen gefunden, auf Liebes-Aus und Trennung im wirklichen Leben folgte konsequenterweise allerdings auch das Karriereende als Prinzenpaar. "Unsere Favoriten, mit denen schon alles klar war, sind nicht mehr zusammen. Zwei weitere Paare, die auf dem Weizenbierfest im Juni noch voller Tatendrang waren, haben dann auch noch abgesagt."

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„Unsere Favoriten, mit denen schon alles klar war, sind nicht mehr zusammen. Zwei weitere Paare, die auf dem Weizenbierfest im Juni noch voller Tatendrang waren, haben dann auch noch abgesagt.“ Zitat von Fritzlars Karnevals-Präsident Otto May zur schwierigen Kandidatensuche.
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Und so droht die Karnevalssaison 2017/18, die unter dem Motto "Bühne frei für die Narretei" steht, als prinzenpaarloses Jahr in die Annalen einzugehen. "Wir versuchen wirklich alles, um das zu verhindern", so May, der im Stile eines Politikers im Wahlkampf von Tür zu Tür läuft und auf Zusagen hofft. "Wir klappern Freunde und Bekannte ab. Jeder, der karnevalserprobt ist, wird gefragt." Neben dem persönlichen Kontakt setzen May und seine Mitstreiter aber auch auf Initiativbewerbungen. Auf ihrer vereinseigenen Webseite haben die Karnevalsfreunde eine Kontaktanzeige geschaltet. Fritzlar sucht das Prinzenpaar.

Fritzlar sucht Sie und Ihn

Die Anforderungen an Prinz und Prinzessin sind denkbar einfach: Der Mann sollte in Fritzlar oder dem Fritzlarer Umland das Licht der Welt erblickt haben, das Prinzenpaar sollte auch im echten Leben liiert sein, das 18. Lebensjahr müssen beide schon erreicht haben. Zudem ist "ein lustiges und fröhliches Wesen" und unfallfreies Schunkeln beim Narhalla Marsch von Vorteil. Kurzum: "Sie müssen gut drauf sein und auch mal ein paar Worte reden können", so May. "Humor, Lust an Geselligkeit und Interesse am nordhessischen Karneval. Mehr brauchen wir nicht."

Zwei kleine Haken hat die Sache allerdings: Das Prinzenpaar muss, wie es sich nun mal für Vertreter der adligen Schicht gehört, die Karnevalsfreunde regelmäßig mit ihrer Präsenz erfreuen und bei den Feierlichkeiten schon mal die eine oder andere Prinzenrunde schmeißen. "Das ist natürlich jedem selbst überlassen, aber ein bisschen was kostet das schon", sagte May, der dem majestätischen Narren-Duo zudem dazu rät, in der Karnevals-Woche Urlaub zu nehmen. "Von Rosenmontag bis Aschermittwoch wird gefeiert, dann brauchen die meisten zwei Tage zum Ausruhen."

Gefeiert wird auf jeden Fall

Die Hoffnung, ein Pärchen zu finden, das diesen Ansprüchen gewachsen ist, haben May und seine Mitstreiter noch lange nicht aufgegeben. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis spätestens Silvester. "Am 1. Januar beginnt die Hauptsaison. Wenn wir das Prinzenpaar da erst präsentieren, wäre das noch in Ordnung." Doch was passiert, wenn es zum Fritzlarer Super-GAU kommt und wirklich kein Prinzenpaar mehr gefunden wird? "Machen Sie sich keine Sorgen", so May. "Karneval gefeiert wird trotzdem."