Regenbogenfahne
Mit einem "Regenbogenfest" wurde gegen einen ultrakonservativen Kongress im Wiesbadener Kurhaus demonstriert. Bild © picture-alliance/dpa

Befürworter einer erzkonservativen Sexualerziehung haben sich am Samstag im Wiesbadener Kurhaus getroffen. Mehrere hundert Demonstranten protestierten gegen den Kongress.

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Ein "Regenbogenfest" bei Frühlingswetter: Hunderte Demonstranten versammelten sich am Samstag vor dem Wiesbadener Kurhaus, um gegen das Symposium zur Sexualerziehung zu protestieren. Die Kundgebung mit etwa 350 Teilnehmern sei friedlich gelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Der Veranstalter sprachen von bis zu 800 Demonstranten.

Hessische Vertreter von SPD, Grünen, Linken und der FDP unterstützten parteiübergreifend das "Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt - gegen Diskriminierung und Ausgrenzung".

Aktion gegen hessischen Lehrplan

Das Symposium "Sexualpädagogik der Vielfalt. Kritik einer herrschenden Lehre" wurde vom konservativen "Aktionsbündnis für Ehe & Familie - Demo für alle" veranstaltet. Das Bündnis gilt Kritikern als Sammelbecken von konservativen Christen und Nationalisten. Rund 280 Teilnehmer kamen zu der Veranstaltung im Kurhaus.

Die Initiative hatte bereits im Oktober 2016 zu einer Kundgebung gegen den neuen hessischen Lehrplan aufgerufen. Schon damals formierte sich eine Gegendemonstration. Der aktualisierte Lehrplan sieht als Ziel die Akzeptanz sexueller Vielfalt vor und damit einen diskriminierungsfreien Umgang auch mit Homo-, Trans- oder Bisexualität.

Landtag verurteilt Diskriminierung

Das Symposium war am Donnerstag auch im Landtag diskutiert worden: Dabei kündigten Vertreter von SPD, Grünen, FDP und der Linkspartei an, sich beim "Regenbogenfest" für Toleranz und gegen die Ausgrenzung von sexuellen Minderheiten einzusetzen. Alle Fraktionen im Landtag verurteilten am Donnerstag die Diskriminierung von Schwulen und Lesben.

Weitere Informationen

Was steckt hinter dem "Demo für alle"-Bündnis?

Die "Demo für alle" ist eine Art deutscher Ableger der französischen Bewegung "La Manif pour tous", die Massendemonstrationen auf die Beine stellte. In Deutschland haben die Aktivisten – vor allem konservativen Christen - ihre Anliegen bisher nur in Stuttgart auf die Straße getragen. Auch in Baden-Württemberg ging es um den Lehrplan und die Furcht vor der Einflussnahme einer vermeintlichen Gender-Lobby, die das Ziel verfolge, dem traditionellen Geschlechter- und Familienverständnis den Rest zu geben. Im Oktober gab es dann eine "Demo für Alle"- Aktion in Wiesbaden.

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Anm. der Red.: In einer erste Version dieses Beitrags hieß es, das Aktionsbündnis "gilt als Sammelbecken von konservativen Christen und Nationalisten". Nach Nutzer-Reaktionen haben wir uns dazu entschieden, diese Information noch deutlicher einzuordnen. So heißt es jetzt: "Das Bündnis gilt Kritikern als Sammelbecken von konservativen Christen und Nationalisten."