In Darmstadt haben sich hunderte Menschen gegen die Einrichtung eines Abschiebegefängnisses gewandt. Mit Trillerpfeifen und Plakaten forderten sie faire Verfahren für alle Asylbeweber.

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Rund 800 Menschen protestierten am Samstag gegen das geplante hessische Abschiebegefängnis in Darmstadt-Eberstadt. Auf selbst gemalten Plakaten war zu lesen: "Flucht ist kein Verbrechen", "Solidarität statt Hetze" und "Abschiebung ist Mord". Mit Regenschirmen und Trillerpfeifen zogen die Demonstranten im strömenden Regen durch die Innenstadt.

Nichts getan und trotzdem eingesperrt

"Wir sind hier, weil wir in unserer Stadt kein Abschiebegefängnis haben wollen", sagte die Sprecherin des Bündnisses "Community for all", Paula Thieß. "Wir finden, dass alle Menschen das Recht auf ein faires Asylverfahren haben." Im Abschiebegefängnis würden die Menschen eingesperrt, ohne eine Straftat begangen zu haben.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte das Bündnis "Community for all - Solidarische Gemeinschaft statt Abschiebegefängnis", dem verschiedene linke Gruppen angehören - darunter die Linke Darmstadt, Lokalgruppen von "Refugees Welcome" und "Kein Mensch ist illegal" sowie die Hochschulgruppen der Gewerkschaft GEW und von Amnesty International.

Platz für bis zu 50 Asylbewerber

Der Landtag hatte beschlossen, dass in der Justizvollzugsanstalt in Darmstadt-Eberstadt ein hessenweites Abschiebegefängnis eingerichtet wird. Dort soll Platz für bis zu 50 ausreisepflichtige Asylbewerber sein. Das Abschiebegefängnis soll noch im ersten Quartal dieses Jahres in Betrieb genommen werden.