Roboter
Roboter NAO an der Uni Marburg Bild © Anna Spiess (hr-iNFO)

Um Marburger Anglistikstudenten sollen sich nicht nur Professoren kümmern: Den Roboter Pepper gibt es schon, jetzt hat er einen kleinen Bruder bekommen. Erleben Sie Nao im Video.

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Roboter "Nao" ist etwa 50 Zentimeter groß und damit etwas kleiner als "Pepper". Er sieht noch menschlicher aus, hat einzelne Finger und kann laufen, sich hinsetzen und gestikulieren. Sein großer Bruder Pepper kann sich dagegen nur rollend fortbewegen.

Die Roboter sollen die Arbeit der Professoren am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Philipps-Universität Marburg erleichtern. Bereits im Dezember 2016 hatte Professor Jürgen Handke dazu Pepper vom japanischen Hersteller SoftBank für 20.000 Euro erworben.

Nao wurde angeschafft, damit der erste Uni-Roboter namens Pepper nicht nur am USB-Kabel hängt, um Befehle zu erhalten. Der zweite Roboter soll hauptsächlich dafür verwendet werden, Anwendungen zu testen. Wenn sie gut funktionieren, werden sie auch bei Pepper programmiert.

Einsatz beim Robotikum

Roboter Nao soll aber nicht nur dem großen Bruder dienen, er hat noch eine weitere Funktion: Er wird im sogenannten Robotikum eingesetzt, einem Praktikum mit Robotern. Das hat Sprachwissenschaftler Handke extra für Schüler entwickelt, um sie für die Themen Programmieren und Informatik zu begeistern: "Wir wollen, dass schon Schüler mit Robotern in Kontakt treten, sie kennen lernen und auch lernen, ihr algorithmisches Denken zu verbessern."

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Bei dem Praktikum sollen die Schüler laut Handke über mehrere Tage hinweg mit Nao arbeiten, ihm Befehle beibringen und lernen, wie man mit dem Roboter kommunizieren muss, damit er Befehle auch umsetzt. "Sie werden danach anders über Fragestellungen nachdenken und Prozesse kleinteiliger durchdenken können", meint er.

Pepper als Lehrbegleitung im Hörsaal

In den letzten Monaten hat Pepper sich extrem weiterentwickelt. Er wurde mit Sprachsoftware, Befehlen und Bewegungen programmiert und trainiert. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder, der generell mehr für Übungszwecke genutzt werden soll, wird der Androide ab dem kommenden Wintersemester bereits im Hörsaal eingesetzt und dort Studenten beraten. In Japan werden Roboter wie Pepper bereits in Serie verkauft und kommen in vielen Branchen zum Einsatz.

Roboter Pepper von der Uni Marburg
Roboter Pepper von der Uni Marburg Bild © Anna Spieß (hr)

"Bei uns Sprachwissenschaftlern ist der Unterricht größtenteils schon digitalisiert. Das heißt, alle Materialien sind online verfügbar und es gibt keine klassischen Vorlesungen mehr", erklärt Handke. Vielmehr sei es so, dass die Studenten in den Präsenzphasen an Aufgaben arbeiteten und er selbst nur noch als Lehrbegleitung für Fragen zur Verfügung stehe.

Roboter unterstützt Professor

Je nachdem, wie groß der Kurs ist, reiche ein Professor aber nicht aus, meint Handke. "Und da kommt Pepper ins Spiel. Er wird genauso wie ich durch den Hörsaal wandern und Fragen von Studenten beantworten."

Damit das klappt, kartographiert Pepper die Hörsäle. Außerdem soll er so programmiert werden, dass er "sieht", wenn Studenten sich melden und eine Frage haben. Dazu soll ein QR-Code erstellt werden, den die Studenten auf einer Karte in Richtung Pepper halten können.

"Wir stecken noch in den Kinderschuhen"

"Im Moment klappt das aber noch nicht", meint Handke. Pepper würde den QR-Code auslesen und nicht als Symbol verstehen. "Daran arbeiten wir noch. Durch solche Dinge lernen auch wir täglich im Umgang mit Robotern dazu", sagt er. Roboter verstünden Dinge anders als Menschen. Damit müsste man umgehen und die Kommunikation entsprechend anpassen.

Natürlich gibt es auch Studenten, die den Einsatz von Robotern kritisch sehen. Skeptiker versucht Handke aber zu beruhigen: "Wir stecken noch in den Kinderschuhen. Menschen, die befürchten, dass Roboter uns irgendwann ersetzen, können sich entspannt zurücklehnen. So weit sind wir noch lange nicht."