José Carreras signiert ein Foto
José Carreras signiert bei der Einweihungsfeier ein Foto. Bild © picture-alliance/dpa

Startenor José Carreras hat am Frankfurter Universitätsklinikum eine nach ihm benannte Spezial-Ambulanz eingeweiht. Dort werden Krebs-Patienten mit einer neuen Therapie behandelt.

Videobeitrag

Video

zum Video Neue Krebs-Ambulanz nach Startenor benannt

Ende des Videobeitrags

José Carreras lächelte, als er am Freitag das blaue Band durchschnitt. "Es ist eine große Ehre für mich, dass die José Carreras Ambulanz für Molekulare Therapien künftig mit meinem Namen verknüpft sein wird", sagte er.

Punktgenaue Anwendung statt Breitenwirkung

In der neuen Abteilung des Frankfurter Universiätsklinikums werden künftig neue Behandlungsmethoden zur Bekämpfung von Krebserkrankungen erprobt. Anders als breit wirkende Chemotherapien attackiert die molekulare Therapie gezielt krankhaft veränderte Signalwege in den Tumorzellen, wie die Klinik mitteilte. Die reguläre Funktionsweise gestörter Mechanismen werde so wieder in Gang gesetzt.

Auch neuartige Immuntherapien zur Aktivierung blockierter Selbstheilungskräfte sollen zum Einsatz kommen. Die neuen Therapieansätze könnten in der spezialisierten Einheit unter optimalen Bedingungen geprüft werden. Sie würden im Rahmen klinischer Studien getestet und unterlägen somit strengen Regularien.

Wissenschaftlicher Nutzen weit über Frankfurt hinaus

Audiobeitrag
José Carreras bei der Einweihung

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Neue Krebs-Therapien in Frankfurt

Ende des Audiobeitrags

Die 1995 gegründete Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung engagiert sich seit Jahren für die Krebsforschung am Universitätsklinikum. Sechs Millionen Euro hat sie nach Angaben der Klinik dafür schon zur Verfügung gestellt. Die neue Ambulanz "fördert und stärkt in erheblichem Maße die klinische und wissenschaftliche Infrastruktur", sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Jürgen Graf.

Hubert Serve, Direktor der Medizinischen Klinik II, ergänzte: "Von der Unterstützung der Stiftung profitieren unsere Patienten und - über die Forschungsergebnisse - auch Betroffene weit über die Frankfurter Grenzen hinaus."

Carreras: "Ehre gebührt den Spendern"

Carreras selbst gab sich zur Einweihung bei allem Stolz über die Namensgebung bescheiden. "Eigentlich gebührt diese Auszeichnung unseren vielen Spenderinnen und Spendern, die uns seit Jahren großzügig unterstützen", sagte er. Der Spanier gehört zu den größten Tenören der Welt, hat in allen großen Häusern rund um den Globus gesungen.

Mit 40 Jahren erkrankte er selbst an Leukämie. Durch eine Knochenmarktransplantation konnte er geheilt werden. Danach engagierte er sich in der Erforschung und Bekämpfung der Krankheit. "Über 200 Millionen Euro konnten wir bislang an Spenden generieren und damit über 1.100 Projekte fördern, viele in Frankfurt", sagte der 70-Jährige.

Dabei verweist der Sänger auf Erfolge. Immer öfter gelinge es, Menschenleben zu retten. Das Ziel sei aber noch nicht erreicht, erklärte Carreras entschlossen. "Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem."

Das könnte Sie auch interessieren