Radfahrer beim "Ride of Silence" in Frankfurt
Radfahrer beim "Ride of Silence" in Frankfurt Bild © hessenschau.de

Jedes Jahr im Mai wird weltweit beim "Ride of Silence" an die Opfer von Fahrradunfällen erinnert. Auch Frankfurt ist dabei - die Beteiligung ist allerdings noch ausbaufähig.

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Die Teilnehmerzahl ist etwas ernüchternd. Rund 50 Radfahrer haben sich an diesem dritten Mai-Mittwoch bei idealem Wetter an der Alten Oper in Frankfurt zusammengefunden. Ernüchternd, weil Frankfurt in den warmen Monaten voller Radfahrer ist. Und viele dürften mit ihrer Situation im Straßenverkehr nicht so ganz einverstanden sein.

Flankiert von Streifenwagen und Polizeimotorrädern radelt der "Ride of Silence" auf Hauptstraßen durchs Bahnhofsviertel, Sachsenhausen, die Innenstadt und das Nordend bis nach Ginnheim. Autofahrer müssen sich dabei für ein bis zwei Ampelphasen gedulden. Während der etwa zwölf Kilometer langen Fahrt wird an mehreren Unfallschwerpunkten angehalten und der verunglückten Radfahrer gedacht.

19 Radler starben 2016 in Hessen

1.173 Fahrradunfälle gab es 2016 laut Polizei in Frankfurt. Dabei kamen drei Menschen ums Leben, darunter eine Zwölfjährige. 834 Radfahrer wurden verletzt, davon 82 schwer. Die Zahl der Schwerverletzten sank, 2015 waren es noch 103. Nach Polizeiangaben passierten allein in Frankfurt 372 Unfälle durch abbiegende Autos. Hessenweit wurden 2016 rund 3.600 Radfahrer verletzt und 19 getötet. Die Tendenz der Unfallzahlen ist steigend, denn der Verkehr nimmt insgesamt immer weiter zu.

#UFFBASSE beim Abbiegen 2016: 1173 Unfälle in #Ffm . 372 x haben PKWs den 🚴 die Vorfahrt genommen Daher bitte #MehrVorsichtMehrRücksicht t

Auf der Demo-Strecke entlang von Hauptstraßen ist von Radwegen oft keine Spur. Radwege hören in der Stadt oft einfach auf, sind umständlich geführt oder werden von abbiegenden Autofahrern schlecht wahrgenommen. Dabei sind mehrere Abschnitte, etwa die Friedberger Landstraße am Nibelungenplatz, relativ neu angelegt. Für den Radverkehr war trotzdem nicht durchgängig Platz.

"Radfahrer sind im dichten Stadtverkehr immer in der Defensive", sagt der Organisator des Frankfurter "Ride of Silence", Falko Görres. "Wir fordern den zügigen Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur mit sicheren Radwegen." Zudem müssten Falschparker konsequent verfolgt werden.

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"Ride of Silence"

Die globale Bewegung gedenkt jedes Jahr der im Straßenverkehr verunglückten Radfahrer. Sie fordert ein Ende der Benachteiligung von Radfahrern sowie eine Abkehr vom motorisierten Individualverkehr. Den ersten "Ride of Silence" gab es 2003 im amerikanischen Dallas. Inzwischen findet er an jedem dritten Mittwoch im Mai in mehreren hundert Städten weltweit statt.

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In manchen Städten zieht der "Ride of Silence" deutlich mehr Teilnehmer an als in Frankfurt. Ein Schwerpunkt in Deutschland ist Berlin. Dort sollen rund 1.200 Menschen teilgenommen haben. In Köln fuhren rund 100 Radler mit. Auch in Wiesbaden war ein "Ride of Silence" geplant.

Mit der Frankfurter Fahrt ist Organisator Falko Görres trotzdem sehr zufrieden. "Es hätten mehr sein können", räumt er ein. Immerhin kamen schon mehr als im Vorjahr. "Und im nächsten Jahr sind wir dann noch mehr."