Nilgänse im Brentanobad
Nilgänse im Brentanobad Bild © picture-alliance/dpa

Die Nilgans-Jagd im Frankfurter Brentanobad könnte ein juristisches Nachspiel haben: Die Tierschutzorganisation Peta hat Strafanzeige erstattet. Den Jäger lässt das allerdings kalt.

Die Tierschutzorganisation Peta geht juristisch gegen den Abschuss von Nilgänsen in Frankfurt vor: Sie hat Anzeige gegen den Jäger und die Jagdbehörde erstattet. Peta  begründete ihren Schritt am Mittwoch damit, dass die Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund strafrechtlich relevant sei.

"Gänse zu töten, weil sie zu viel Kot hinterlassen, stellt nach unserer Auffassung einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar", erklärte Peta-Sprecher Peter Höffken. Eine Infektionsgefahr durch den Kot hält er für äußerst gering. Die Stadt Frankfurt müsse schnellstens zu gewaltfreien Lösungsansätzen übergehen.

Mitarbeiter der Stadt hatten im Kot der Nilgänse Salmonellen entdeckt, die vor allem für Kleinkinder und Babys gefährlich seien. Daraufhin erteilte die Verwaltung eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss der Tiere.

Bisher sechs Jungtiere erlegt

Jäger Axel Seidemann, der bereits sechs Jungtiere im Brentanobad erlegt hat, wertet die bisherigen Abschüsse als Erfolg. Sie dienten dazu, die Nilgänse langfristig aus dem Schwimmbad zu vertreiben. Deswegen ist er sich sicher, "dass sich alles in heiße Luft auflösen wird". Von der Anzeige habe er aus den Medien erfahren.

Seidemann verwies darauf, dass im vergangenen Jagdjahr von April bis März allein in Hessen rund 3.000 Gänse geschossen worden seien, darunter mehr als 2.100 Nilgänse. "Jagd produziert Wildbret, das gegessen wird - das ist der vernünftige Grund", sagte er. Die erlegten Gänse aus dem Schwimmbad habe er teilweise selbst gegessen.

Runder Tisch in Frankfurt

Am kommenden Montag wird es zum Thema Nilgänse einen runden Tisch mit Fachleuten in Frankfurt geben. Dort sollen Erfahrungen ausgetauscht und Beschlüsse gefasst werden, wie weiter mit den Wildgänsen umgegangen wird. Die Tiere leben auch auf vielen anderen Grünflächen der Stadt, unter anderem am beliebten Mainufer. Der aus Afrika eingewanderte Vogel darf in Hessen seit 2011 außerhalb geschlossener Ortschaften bejagt werden.

Die Jagdsaison dauert von September bis Januar. Das Frankfurter Brentanobad zählt zu den größten Freibädern Europas. Zeitweise hielten sich dort bis zu 100 Nilgänse auf.

Sendung: hr3, 04.10.2017, 18 Uhr