Can Dündar
Journalist Can Dündar Bild © picture-alliance/dpa

Der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung Cumhuriyet, Can Dündar, ist am Freitag in Kassel mit dem Whistleblower-Preis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung bekommt Dündar für die Aufdeckung von Waffenlieferungen.

Videobeitrag

Video

zum Video Whistleblower-Preis für Can Dündar

Ende des Videobeitrags

In Kassel ist am Freitag zum zehnten Mal der Whistleblower-Preis verliehen worden. Die Auszeichnung wird von der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA) und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler verliehen. Neben dem in Berlin im Exil lebenden Can Dündar wurden die Apothekenmitarbeiter Martin Porwoll und Maria-Elisabeth Klein geehrt.

Der Whistleblower-Preis soll Personen, die Skandale aufdecken, unterstützen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Er ist mit 3.000 Euro dotiert, durch Zustiftungen wurden 11.000 Euro vergeben.

Dündar seit Juli 2016 in Berlin im Exil

"Der Whistleblower-Preis ist ein großer Ausdruck der Solidarität mit allen Journalisten, die in der Türkei um Pressefreiheit ringen", erklärte Preisträger Dündar. Er war Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet und saß nach einem Bericht über eine Waffenlieferung des türkischen Geheimdienstes an islamistische Milizen in Syrien in der Türkei im Gefängnis.

Audiobeitrag
Podcast Buch und Hörbuch

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Podcast

zum Artikel auf hr2.de Can Dündar: "Verräter. Von Istanbul nach Berlin. Aufzeichnungen im deutschen Exil"

Ende des Audiobeitrags
Weitere Informationen

Buchtipp

Can Dündar: Verräter - Von Istanbul nach Berlin. Aufzeichnungen im deutschen Exil [hr2-kultur]

Ende der weiteren Informationen

Er war im Mai 2016 von einem türkischen Gericht zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden, blieb aber auf freiem Fuß und reiste nach dem gescheiterten Putsch Anfang Juli 2016 nach Deutschland aus. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt.

Panscherei mit Chemotherapien aufgedeckt

Weitere Preisträger sind der Volkswirt Martin Porwoll und die Pharmazeutisch-Technische Assistentin Maria-Elisabeth Klein aus Bottrop. Sie werden geehrt für ihre Verdachts-Enthüllungen über die in der "Alten Apotheke" in Bottrop (NRW) offenbar jahrelang praktizierte illegale Panscherei mit Anti-Krebsmitteln und die dadurch bewirkte Schädigung mehrerer Tausend schwer- und todkranker Krebspatienten.