Teilnehmer betrachten bei einer Fachtagung zur Prävention von sexuellem Missbrauch eine Präsentation. (Archivbild)
Teilnehmer betrachten bei einer Fachtagung zur Prävention von sexuellem Missbrauch eine Präsentation. (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Zahl der Opfer sexueller Gewalt an Schulen ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Insgesamt 62 Schüler erlebten derartige Übergriffe. Das Kultusministerium setzt auf Prävention und will Lehrer fortbilden.

Im Jahr 2016 ist mehr sexuelle Gewalt an hessischen Schulen registriert worden. Insgesamt 62 Schüler erlebten Übergriffe, 2015 waren es noch 46 gewesen, wie aus der Antwort von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht.

Der Minister beruft sich auf die polizeiliche Kriminalstatistik. Demnach waren 47 Opfer weiblich. Im Jahr 2014 hatte es insgesamt 72 Opfer gegeben, 65 davon waren weiblich. Informationen über die Täter werden in der Statistik nach Angaben des Landeskriminalamtes nicht gemacht.

14- bis 16-Jährige bereits Opfer sexueller Beschimpfungen

Nach Lorz' Ausführungen gibt es für Lehrer und Sozialarbeiter eine spezielle Fortbildungsreihe zum Thema sexuelle Gewalt, die 2018 in acht Schulamtsbezirken angeboten wird. Im Juni dieses Jahres hatte Lorz eine Studie der Philipps-Universität Marburg vorgestellt, wonach rund die Hälfte der befragten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren bereits Opfer von sexuellen Beschimpfungen geworden ist.

Knapp ein Viertel der Jugendlichen hatte angegeben, gegen ihren Willen schon einmal angefasst, geküsst oder an den Geschlechtsteilen berührt worden zu sein. Dies gelte vor allem für Mädchen.

Sendung: YOUFM, 5.11.2017, 11 Uhr