Kindeswohl
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In Hessen ist die Zahl der gefährdeten Kinder markant angestiegen. Dabei handelt es sich häufig um Vernachlässigung, aber auch um Gewalt und sexuellen Missbrauch.

Im Jahr 2016 wurden in Hessen 2.930 Fälle akuter oder latenter Kindesgefährdung registriert, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte. Das ist ein Anstieg von über 14 Prozent gegenüber 2015.

Bei 52 Prozent der Fälle lag demnach eine Vernachlässigung vor. Weitere Ursachen waren körperliche sowie psychische Misshandlungen, bei fünf Prozent wurden Anzeichen sexueller Gewalt festgestellt.

Kindeswohlgefährdung
Anzeichen bei akuter oder latenter Kindeswohlgefährdung 2016 (Mehrfachnennungen waren möglich) Bild © Hessisches Statistisches Landesamt

Hälfte der Kinder unter 7 Jahren

Insgesamt wurden 2016 knapp 9.900 Gefährdungseinschätzungen durchgeführt, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurde bei 70 Prozent der betroffenen Kinder keine Gefährdung festgestellt. Die Hälfte aller Einschätzungen betrafen laut Statistik Kinder unter sieben Jahren.

In den Fällen akuter Kindeswohlgefährdung waren Mädchen geringfügig häufiger betroffen als Jungen. Fast die Hälfte der akut gefährdeten Kinder (44 Prozent) wurden aus der Familie genommen.

Sendung: hr-iNFO,  01.09.2017, 14 Uhr