Sebastian Kurz
Sebastian Kurz, Wahlsieger und Gegenstand einer umstrittenen Titanic-Satire Bild © picture-alliance/dpa

Das Frankfurter Satiremagazin Titanic sorgt wieder einmal für Wirbel - diesmal in Österreich. Es zeigt den konservativen Wahlsieger Sebastian Kurz im Fadenkreuz und mit der Schlagzeile: "Endlich möglich: Baby Hitler töten!"

"Unfassbar - Satiremagazin ruft zum Mord an Kurz auf" titelt das Boulevardblatt Kronenzeitung auf seiner Internetseite. Laut Wiener Polizei befasst sich inzwischen sogar das österreichische Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung mit der Sache.

Auslöser ist eine Fotomontage, die das Frankfurter Satiremagazin Titanic am Montag per Twitter veröffentlichte - einen Tag nach der Parlamentswahl im Nachbarland Deutschlands.

Österreicher/innen, abonniert TITANIC: https://t.co/MNWLQl2ta3

Zu sehen ist der Vorsitzende der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und Außenminister des Landes, Sebastian Kurz, im Fadenkreuz. Daneben steht der Text:  "Endlich möglich: Baby-Hitler töten!" Und darunter: "Österreicher/innen, abonniert TITANIC". Die von Kurz neu formierte konservative Volkspartei hat am Sonntag die Parlamentswahl gewonnen. Im Wahlkampf hatte der 31-Jährige ganz auf das Thema Flüchtlinge gesetzt, für die Begrenzung der Migration und der Leistungen für Zuwanderer geworben.

Terrorabwehr aktiv?

@ImperatorRom @titanic Wir haben dies bereits an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Auf Twitter reagierte die Wiener Polizei und antwortete am Montag einem von vielen empörten Nutzern auf die Frage nach der Strafbarkeit.

Es werde ermittelt, teilte ein Polizeisprecher mit. Nun sei das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung am Zug. Der umstrittene Satire-Tweet spielt nach dem Rechtsruck in Österreich auf die Frage an, die das "New York Times Magazine" ihren Lesern stellte: Ob sie Hitler als Baby töten würden, wenn Reisen in die Vergangenheit möglich wären.

Titanic macht weiter Witze

Titanic-Chefredakteur Tim Wolff sagte dem Medienmagazin Meedia, er sei noch nicht von offizieller Seite Österreichs kontaktiert worden. Und er witzelte: "Eingestehen möchten wir aber, dass im Fall dieses Witzes eine problematische Grenzüberschreitung stattgefunden hat, nämlich die nach Österreich - wo man offensichtlich nicht so locker mit der eigenen Nazivergangenheit umgeht wie wir guten, geläuterten Deutschen."

Umstrittene Aktionen hat die Titanic schon mehr als einmal gestartet. 2006 brachte ein Bild vom damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck und dem Untertitel "Problembär außer Rand und Band: Knallt die Bestie ab!“ dem Satiremagazin eine einstweilige Verfügung ein. Nach der Vatileaks-Affäre um finanzielle Machenschaften im Vatikanstaat machte die Titanic im mit einer Collage auf, die Papst Benedikt XVI mit Urinfleck auf der Soutane zeigte. Der Vatikan erwirkte eine einstweilige Verfügung, die er später wieder zurückzog.