Collage mit Fotos zu Ausstellungen
Von Matisse bis zu Rollenklischees in Comics - die Bandbreite der Ausstellungen ist enorm. Bild © Succession H. Matisse - VG Bild-Kunst / Ariane Rousselier - DIF/ Catel / Bruno Barbey / Magnum Photos

Neben Büchern und Autoren hat der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse haufenweise Kunst im Gepäck. Matisse-Schau, entzückende Asterixa und Obelixine oder Werkstatt für Filmbegeisterte: Frankreich zeigt, was es an Kunst zu bieten hat.

Städel Museum

Henri Matisse, Odalisken, 1928
Henri Matisse, Odalisken, 1928 Bild © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst

Freundschaft, Farbe, Frankreich: Das Frankfurter Städel zeigt mit der Ausstellung "Matisse - Bonnard" (13. September bis 14. Januar 2018) das Highlight des Jahres und versprüht gute Laune und Herzenswärme im Herbst. Das Städel widmet Henri Matisse und Pierre Bonnard eine Gemeinschaftsausstellung mit 120 Werken und stellt dabei die enge Freundschaft in den Mittelpunkt, die die beiden Franzosen über 40 Jahre lang verband.

Museum Angewandte Kunst

Marc-Antoine Mathieu
Mathieu zählt über Frankreich hinaus zu den derzeit innovativsten Comic-Schöpfern. Noch bis zum 15. Oktober gibt das Frankfurter Museum unter dem Titel "Die Kartografie der Träume" einen Einblick in das Werk des Künstlers. Bild © picture-alliance/dpa

Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt zeigt noch bis zum 15. Oktober die Comic-Kunst von Marc-Antoine Mathieu. Die Schau "Kartografie der Träume" bringt Gehirnwindungen zum Tanzen.

Wer bei Comics an quietschbunte Figuren und Sprechblasen denkt, muss für den Genuss von Marc-Antoine Mathieus Arbeiten umdenken. Sein Werk ist größtenteils in Schwarz-Weiß gehalten. Neben 50 Originalzeichnungen sind auch Bronzeplastiken und Animationsfilme zu sehen.

Fotografie Forum Frankfurt

Fotografie Forum Frankfurt Bruno Barbey
Brennende Ölfelder in Kuwait, 1991 Bild © Bruno Barbey / Magnum Photos

Die Vielfalt seiner Themen und seine einfühlsame Bildsprache machen Bruno Barbey zu einem der erfolgreichsten Fotojournalisten der Gegenwart. Mit "Passages" (9. September bis 14. Januar 2018) präsentiert das Fotografie Forum Frankfurt eine Retrospektive des französischen Fotografen. Zu sehen sind 100 Fotografien aus aller Welt in Schwarzweiß und Farbe von den frühen 1960er Jahren bis heute.

Deutsches Filmmuseum

Regisseur Michel Gondry beim Dreh in der Filmfabrik
Regisseur Michel Grondy bei einem Dreh in der Filmfabrik in Cannes. Bild © Ariane Rousselier - DIF

Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt verwandelt sich in eine Werkstatt für Filmbegeisterte. "Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry" heißt es vom 14. September bis zum 28. Januar 2018. In Kleingruppen von bis zu zwölf Personen planen und realisieren die Besucher innerhalb von drei Stunden ihr eigenes Filmprojekt. Alle Aufgaben des Drehs werden dabei von der Gruppe übernommen. Der Genrefilm, der dabei entsteht, geht ins wachsende Archiv der Filmfabrik des französischen Regisseurs Michel Gondry ein.

Struwwelpeter-Museum

Kombination aus: Marianne Dubuc (Kanada): "Nach Paulinchen", Blexbolex (Frankreich): "Struwwelpeter neu frisiert"
Marianne Dubuc (Kanada): "Nach Paulinchen", Blexbolex (Frankreich): "Struwwelpeter neu frisiert" Bild © Struwwelpeter-Museum

Im Struwwelpeter-Museum Frankfurt geht es dem Buben an die wilde Mähne. "Struwwelpeter recoiffé", quasi frisch frisiert, heißt die Schau, die vom 29. September bis 28. Februar 2018 gezeigt wird. Französische Autoren und Illustratoren haben das Thema Struwwelpeter neu interpretiert. Entstanden ist ein kreativer und lebendiger Querschnitt der frankophonen Illustrationsszene. Ein deutsch-französischer Leitfaden für Kinder, ein "Miniguide struwwel mit" lotst junge Besucher durch die Schau.

Schirn Kunsthalle

Jean Paul Favand, "Naguère Daguerre", 2012
Digitale Lichtinstallation von Jean Paul Favand, "Naguère Daguerre" Bild © Jean Paul Favand

Einer Kulturgeschichte des Sehens widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine große Ausstellung (6. Oktober bis 21. Januar 2018) mit dem Titel "Diorama - Erfindung einer Illusion". Im Zentrum steht das Diorama - jene Schaukästen, in denen Ereignisse, Geschichten und Lebensräume scheinbar wirklichkeitsgetreu arrangiert und rekonstruiert werden. Als Erfinder dieser optisch-mechanischen Schaubühnen gelten Louis Daguerre und Charles Marie Bouton, die erstmals 1822 in Paris ein begehbares Theater eröffneten, in dem sie gemalte Geschichten mit Licht und Bühnentechnik in Bewegung setzten.

Haus am Dom

Bildkombi aus zwei Arbeiten von Hélène Becquelin und Catel
Arbeiten von Hélène Becquelin und Catel Bild © Hélène Becquelin / Catel für Héroïnes, Projekt von JC Deveney und Lyon BD

Das Haus am Dom in Frankfurt zeigt eine ganz besondere Comic-Schau. In der Ausstellung "Héro(ïne)s/Held(inn)en" (8. Oktober bis 12. November) dreht sich alles um Geschlechterrollen im Comic. In der fast 180-jährigen Geschichte des Comics kommen die Heldenrollen hauptsächlich männlichen Figuren zu, weibliche Charaktere sind weit weniger präsent und mit Rollenklischees behaftet: die Frau als Begleiterin des Helden, die ihn unterstützt oder gesund pflegt. 20 Comic-Autoren und -Autorinnen haben sich die Rollenverhältnisse genauer angeschaut und so wird aus Tintin Tintine, Lucky Luke mutiert zur Lucky Lucy.

basis

Screenshot aus einem Film von Lola Gonzàlez
Lola Gonzàlez, Now my hands are bleeding and my knees are raw (Filmstill), 2017, 7 Minuten, HD, Video Bild © Lola Gonzàlez

Im Ausstellungshaus von basis e.V. in der Gutleutstraße in Frankfurt werden in der Schau "The Green Light" (6. Oktober bis 12. November) Arbeiten der französischen Künstlerin Lola Gonzàles präsentiert. Ihre Filme und Performances zeichnen ein metaphorisches Bild von Gemeinschaft. Auf Dialoge verzichtet die Künstlerin in ihren Filmen, die Arbeiten sind vom Spiel der Gesten und Berührungen geprägt.

Ikonenmuseum

Marc Chagall: Elia von einem Engel berührt, Blatt 87 aus Bible, Eaux-fortes originales de Marc Chagall
Marc Chagall: Elia von einem Engel berührt, Blatt 87 aus Bible, Eaux-fortes originales de Marc Chagall Bild © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

"Chagalls Propheten. Die Chagall-Bibel und Ikonen", so lautet der Titel der Schau, die im Ikonenmuseum Frankfurt (bis 8. November) zu sehen ist. 21 Radierungen aus der Erstausgabe der Chagall-Bibel stehen im Kontext mit Ikonen. Marc Chagall arbeitete in zwei Phasen, von 1931 bis 1939 und von 1952 bis 1956, an seinem berühmtem Werk, in dem er Szenen aus dem Alten Testament bildhaft umsetzte. Die gegenübergestellten Ikonen schlagen Brücken zwischen dem Alten und dem Neuen Testament oder schließen sich thematisch dem biblischen Inhalt an. Ein spannender Vergleich zwischen klassischer Moderne und traditioneller Ikonenmalerei.

Portikus

Kunstwerk von Daniel Dewar und Grégory Gicquel
Bild © Dewar/Gicquel

Unter dem Titel "The Mammal and the Sap" wird im Portikus die erste Einzelausstellung des Künstlerduos Daniel Dewar & Grégory Gicquel in Deutschland gezeigt (bis 12. November). Zu sehen sind Holzarbeiten, freistehende Werke sowie eine Reihe von Wandreliefs, die aus Eichenbohlen herausgeschnitzt werden. Drei durch Vorhänge getrennte Bereiche bilden dabei einen Parcours, in dem die Beziehung zwischen Mensch/Natur und Handwerk/Bildhauerei offengelegt wird.