Dan Brown
Gut gelaunt in Frankfurt: Bestsellerautor Dan Brown Bild © picture-alliance/dpa

Er ist der Star auf der Frankfurter Buchmesse - schließlich zeigt sich Bestseller-Autor Dan Brown nicht alle Tage in der Öffentlichkeit. Bei seinem ersten Auftritt am Donnerstag hatte er sichtlich Spaß, auch wenn die Journalisten fast alle dieselbe Frage hatten.

"Ich vermute, dass Dan Brown nicht existiert", hat Umberto Eco einmal gemunkelt. "Er ist eine Figur aus dem 'Foucaultschen Pendel', ich habe ihn erfunden." Aber es gibt ihn wirklich. Am Donnerstagvormittag betrat der US-amerikanische Bestsellerautor ("Sakrileg", "Illuminati") einen fensterlosen Raum auf dem Frankfurter Messegelände, in dem Dutzende Journalisten aus aller Welt auf ihn warteten. Blaues Hemd, blauer Pulli, blaues Jacket - das äußere Erscheinungsbild des Erfolgsautors, der zurückgezogen in New England lebt und nur selten Interviews gibt, ist unspektakulär.

"Ich lese fast ausschließlich non-fiction"

Ganz anders als sein neuer Roman "Origin", der vor einer Woche weltweit erschienen, in 56 Sprachen übersetzt ist und die Bestsellerlisten längst erobert hat. In dem Thriller geht es um nichts Geringeres als die großen Fragen der Menschheit: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Wie er für seine Bücher recherchieren würde, lautet eine der ersten Fragen. "Ehe ich schreibe, lese ich - und fast ausschließlich non-fiction", verrät er. Und bei der Recherche ergäbe sich dann viel Unerwartetes: "Man weiß ja nicht, was man alles nicht weiß."

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Cover Dan Brown Origin

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Brown bleibt seiner Hauptfigur, dem smarten Symbolforscher Robert Langdon auch in "Origin" treu, der diesmal in Spanien jede Menge Rätsel und Codes knackt, um die großen Geheimnisse der Menschheit zu lösen. Diesmal geht es nicht um Machenschaften im Vatikan, sondern um die Frage, ob "Gott die Wissenschaft überlebt". Das Thema Wissenschaft versus Religion sei ihm nicht unbekannt: "Meine Mutter spielte in der Kirche Orgel, mein Vater war Mathematiklehrer." Sowohl die Kirchenmusik als auch die Mathematik seien eigentlich Symbolsprachen und voller Codes.

Schnitzeljagd an Weihnachten

Er liebe Rätsel und Puzzles, verkündet Brown vergnügt und erzählt aus seiner Kindheit: Weihnachten habe statt einem Geschenk ein Rätsel unterm Tannenbaum gelegen, Auftakt zu einer längeren Schnitzeljagd. "Am Ende hat die Suche dann wieder zum Weihnachtsbaum geführt, unter dem das Geschenk lag. Ein riesiger Spaß!"

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Dan Brown auf der Frankfurter Buchmesse

Rund 1.800 Gäste haben auf der Frankfurter Buchmesse die seltene Gelegenheit, Dan Brown live zu erleben. Der US-Bestsellerautor wird am Samstag, 14. Oktober, 19 Uhr, seinen neuen Thriller "Origin" vorstellen, exklusiv präsentiert von hr2-kultur. Die Moderation übernimmt hr2-Redakteur Alf Mentzer, die deutsche Übersetzung liest der Schauspieler Wolfram Koch. Tickets sind erhältlich im Online-Vorverkauf und in den Hugendubel-Buchhandlungen im Rhein Main-Gebiet, Preis: ab 24,50 Euro

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Fast begierig erwartet Brown die jeweils nächte Frage - und es werden viele gestellt, vor allem eine. "Könnte das geplante Guggenheim Museum in Abu Dhabi ein Schauplatz für einen neuen Langdon-Roman sein?", will die Journalistin einer arabischen Zeitung wissen. Nicht auszuschließen, meint der Autor lachend. Oder vielleicht Polen, fragt ein polnischer Redakteur. "In Rumänien haben wir das zweitgrößte Gebäude der Welt, wäre das etwas?", wirft eine rumänische Journalistin ein. Prag, Moskau, Köln, Usbekistan, China - Brown bekommt an diesem Tag in Frankfurt viele Anregungen für seine kommenden Bestseller.

"Ja, das Land steht auf meiner Wunschliste"

Der Thrillerautor lässt keine Frage unbeantwortet, für jede Region der Welt hat er ein "beautiful", "spectacular" oder "Ja, das Land steht auf meiner Wunschliste". "Die Welt ist größer, als Sie denken", konstatiert der 53-Jährige ohne zu verraten, ob und wann und wie die inzwischen fünfteilige Langdon-Reihe weitergehen könnte.

Der Schauplatz von Langdons möglichen neuen Abenteuern dürfte Browns deutschen Verlegern von Bastei Lübbe herzlich egal sein. Der Autor garantiert enorme Umsätze, die Erstauflage der deutschen Ausgabe von "Origin" liegt bei 600.000, und insgesamt wurden hierzulande allein 18 Millionen Brown-Bücher verkauft. Welweit liegt die Auflage von Browns Büchern bei über 200 Millionen. Auch die Verfilmungen mit Tom Hanks als Robert Langdon sind regelmäßig kommerzielle Erfolge.

Trotz Tom Hanks, den er als Langdon klasse finde, habe er beim Schreiben der Bücher immer noch seinen eigenen Langdon im Kopf, sagt Brown. Die Frage, ob er sich als "Massenautor" sieht oder als Schriftsteller, lässt er unbeantwortet. "Ich will unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anregen." Die meisten Kritiker bescheinigen ihm, dass ihm das mit "Origin" wieder gelungen ist. "Je einfacher eine Story ist, desto besser", sagt der Meister der Rätsel und Cliffhanger bestimmt.