Jan Seghers
Der Frankfurter Autor Jan Seghers hat einen neuen Marthaler-Krimi geschrieben. Bild © Imago

Vor fast 20 Jahren wurde Tristan ermordet - von wem, ist noch immer unbekannt. Der Frankfurter Krimi-Autor Jan Seghers hat den Fall für sein neues Buch nun als Vorlage genommen und lässt Kommissar Marthaler das Rätsel lösen.

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Jan Seghers auf der ARD-Bühne auf der Frankfurter Buchmesse

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Jan Seghers taucht gerade auf aus dem Tunnel. Bis zu 18 Stunden am Tag hat er in den letzten Wochen geschrieben. Das sei die "gruseligste und zugleich die beglückendste" Zeit in der Arbeit an einem Buch, sagt Seghers: "Dann stehen die Figuren alle auf festen Beinen, haben im Buch schon ein richtiges Leben hinter sich und dann laufen sie oft von ganz alleine."

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"Menschenfischer" von Jan Seghers

Der neue Marthaler-Krimi von Jan Seghers mit dem Titel "Menschenfischer" erscheint am 7. November im Kindler-Verlag. Am 15. November wird in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt die Buchpremiere gefeiert.

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Im Mittelpunkt steht natürlich wieder Kommissar Robert Marthaler, der einen alten Mordfall wieder aufgreift: Ein Junge ist vor fast zwanzig Jahren brutal ermordet und verstümmelt worden, der Täter wurde nie gefasst. Nicht zufällig erinnern die Umstände an den Frankfurter Fall Tristan. Immer wieder greift Seghers solche ungelösten Fälle auf und lässt sie von seinen Krimi-Ermittlern aufklären. Noch während Robert Marthaler die alten Ermittlungsakten studiert, geschieht ein Doppelmord, bei dem wieder Kinder grausam zu Tode kommen. Kommissar Marthaler erkennt den Zusammenhang und geht beide Fälle zusammen an.

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Jan Seghers auf hr-INFO

Das ganze Gespräch mit Jan Seghers ist zu hören in der hr-iNFO Kulturlust am Freitag, 13.10., um 20.35 Uhr, am 14.10. um 19.05 Uhr und am 15.10. um 11.05 Uhr.

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Mordopfer Tristan B. und die Fundstelle der Leiche in Frankfürt-Höchst
Der Mord an Tristan B. diente Seghers als Vorlage für seinen Krimi "Menschenfischer". Bild © picture-alliance/dpa

Unterstützung bekommt Marthaler dabei von einer neuen Kollegin aus Wiesbaden, Kizzy Winterstein. Die Polizistin ist ihrer Herkunft nach Jüdin und Romni zugleich und zudem eine sehr extravagante Frau, die dem "manchmal unglaublich bräsigen und langsamen" Marthaler - so Jan Seghers über seine Hauptfigur - etwas Feuer unter dem Hintern machen soll.

Doch nicht nur die Fälle haben reale Vorbilder, auch die Beschreibung der Schauplätze in Frankfurt und anderswo stimmt bis ins letzte Detail. Der passionierte Radfahrer Jan Seghers fährt immer wieder durch die Stadt, um auch die Atmosphäre vor Ort, die Gerüche und kleine Begegnungen in sich aufzunehmen. "Wenn man sich die Mühe macht, sich an einen Ort zu begeben", weiß er, "fängt er selbst an, Geschichten zu erzählen."

"So viel Wirklichkeit wie möglich"

Immer wieder haben die Krimis von Jan Seghers auch aktuelle politische Bezüge. Deshalb gebe es auch politische Figuren, sagt Seghers, ohne dass er mit ihnen politische Botschaften platzieren wolle. "Botschaften wiegen zu schwer in einer Erzählung, die liegen dann wie ein Stein in der Geschichte." Ihm gehe es darum, "so viel Wirklichkeit wie möglich" in seine Krimis hineinzubringen und dazu gehöre natürlich auch die Politik.