Yogeshwar
Ranga Yogeshwar auf der Buchmesse Bild © Imago

+++ Buchmesse: Yogeshwar warnt vor Smartphones +++ Türkischer Journalist ausgezeichnet +++ Eribon wettert gegen Macron +++ Poetry Slam auf der Buchmesse +++ Follett steht auf Kirchen-Atmosphäre +++ Protest vor Stand des Antaios-Verlags +++

+++ Yogeshwar warnt vor Smartphones +++

Noch nie hat sich die Welt so schnell verändert wie heute – in seinem Buch "Nächste Ausfahrt Zukunft" beschreibt Ranga Yogeshwar, was diese Flut an Innovationen für uns bedeutet. Der Physiker und Wissenschaftsjournalist sieht vor allem Smartphones kritisch, wie er im Gespräch mit buchmesse.ARD.de verraten hat. "Wenn man sich anschaut, was da alles drin ist: Kameras, ein Mikro, Bewegungs- und Beschleunigungssensoren. Das in der Kombination lässt zu, dass man genau verfolgen kann, was eine Person macht – ob sie läuft, schläft oder tanzt", so Yogeshwar, der auch auf der ARD Bühne zu Gast war.

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+++ Türkischer Journalist ausgezeichnet +++

Der türkische Journalist Ahmet Sik
Der türkische Journalist Ahmet Sik Bild © picture-alliance/dpa

Der inhaftierte türkische Journalist Ahmet Sik ist am Mittwoch mit dem Raif-Badawi-Preis für mutigen Journalismus ausgezeichnet worden. Für Sik, der seit dem vergangenen Dezember wegen angeblicher Terror-Propaganda im Gefängnis sitzt, nahm der Anwalt und Menschenrechtler Can Atalay die Auszeichnung entgegen. "Ich empfinde gleichzeitig Stolz und Trauer, diesen Preis zu erhalten. Ich sitze hinter Gittern, weil ich meinen Beruf als Journalist ausgeübt, die Wahrheit ausgesprochen und meine Meinung geäußert habe", hieß es in der in Frankfurt verlesenen Danksagung des Journalisten.

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) würdigte den Einsatz von Sik für einen unabhängigen Journalismus. Scharf kritisierte Baum die Behandlung von Journalisten in der Türkei und Saudi-Arabien, aber auch in Russland. "Mit einer Türkei, die Bürger- und Freiheitsrechte systematisch einschränkt, kann es keine Fortsetzung des Prozesses der Integration in die europäische Wertegemeinschaft geben", betonte er.

+++ Eribon wettert gegen Macron +++

Der französische Autor Didier Eribon
Der französische Autor Didier Eribon Bild © picture-alliance/dpa

Der französische Soziologe und Autor Didier Eribon ("Gesellschaft als Urteil") hat die Frankfurter Buchmesse zu einer politischen Abrechnung mit Präsident Emmanuel Macron genutzt. Dessen neoliberale Haltung sei unerträglich, sagte er am Mittwoch. Geld von den Armen zu nehmen und es den Reichen zu geben, sei nicht der richtige Weg, um ein Europa der Kultur und des Buches aufzubauen. Gegen dieses Vorgehen werde er kämpfen. "Ich möchte nicht, dass die charmanten Banker an der Macht sind - das hat für mich überhaupt keinen Charme", sagte Eribon. Erst am Vortag war er aus Protest der offiziellen Eröffnung der weltgrößten Bücherschau ferngeblieben.

+++ Poetry Slam auf der Buchmesse +++

Wissen Sie, warum Schach eigentlich rassistisch, schwulenfeindlich und frauenverachtend ist? Eine Antwort mit Augenzwinkern erhalten Sie auf der Buchmesse, hier kommt wie jedes Jahr die Poetry-Slam-Szene zusammen – oder hier bei uns im Video: Der Poetry Slammer Jey Jey Glünderling hat die Schach-Frage am Morgen am ARTE-Stand beleuchtet.

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+++ Follett steht auf Kirchen-Atmosphäre +++

Ken Follett Buchmesse
Ken Follett auf der Frankfurter Buchmesse Bild © Kathrin Wesolowski

Viele seiner Geschichten spielen in Kirchen und Kathedralen – doch der Glaube spielt in Ken Folletts Leben keine große Rolle. "Ich bin Atheist, gehe aber gerne in die Kirche", sagte der britische Bestellerautor am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Das liege etwa an der Architektur und dem Chorgesang. Follett stellte seinen neuen Roman "Das Fundament der Ewigkeit"  vor. Das Buch ist vor einem Monat erschienen und hat es bereits in vielen Ländern auf den ersten Platz der Bestseller-Listen geschafft. In dem historischen Roman geht es um eine Spionage-Geschichte, die im 16. Jahrhundert spielt. "Gute Geschichten haben ein Happy End“, verriet Follett.

Sein nächster Roman ist bereits in Planung, doch "ich bin noch nicht ganz zufrieden mit der Idee." Und wenn die Idee doch nicht richtig zündet? "Dann werfe ich sie weg", gab sich Follett pragmatisch.

Besteller-Autor @KMFollett stellt sein neues Werk auf der #Buchmesse vor – mehr dazu in unserem Ticker https://t.co/Bhu9R0pEdn #fbm17

+++ Protest vor Stand des Antaios-Verlags +++

Oberbürgermeister Peter Feldmann
Feldmann auf der Buchmesse. Bild © hr

"Für Freiheit und viel Vielfalt, gegen Rassismus": Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat am Mittwoch auf der Buchmesse vor dem Stand des neurechten Antaios-Verlags demonstriert. Der Verlag hatte sich schon vor der Demo auf Twitter über einen mit "Kaffee und Zahnpasta" beschmutzten Stand beschwert. Der Börsenverein hatte das Kommen des Verlags zugelassen, allerdings Dialog und Protest angekündigt. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wetterte gegen die "Fehlentscheidung des Börsenvereins", rechte Verlage zuzulassen. Hier geht's zu unserer Zusammenfassung.

"Für Freiheit und Vielfalt, gegen Rassismus" - Demo des Börsenvereins vor dem Stand des Antaios Verlags. Foto: Börsenverein #fbm17

+++ Rundgang durch den Frankreich-Pavillon +++

Frankreich setzt im Ehrengast-Pavillon auf der Buchmesse auf Wohnzimmer-Atmosphäre: Holzregale bestückt mit zehntausenden Büchern dominieren den Pavillon. Hinter den Bücherwänden gibt es jede Menge zu erleben. Unsere Highlights gibt's hier.

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+++ Livestream von der ARD-Bühne +++

Von 10.30 Uhr an können Sie die Gespräche auf der ARD Bühne hier bei uns im Livestream verfolgen. Den Anfang macht der Frankfurter Schriftsteller und Buchpreisträger Bodo Kirchhoff. Programm-Übersicht: 10.30 bis 14 Uhr | 14 bis 18 Uhr

+++ Riesen-Asterix auf dem Messegelände +++

Frankreich liebt Comics - und die haben deshalb auch ihren Platz im Ehrengast-Pavillon auf der Buchmesse. Asterix wird man dort allerdings vergebens suchen: In seiner großen Comic-Abteilung hat Ehrengast Frankreich bewusst nur Autoren mit jüngeren Arbeiten versammelt. Besucher können zum Beispiel den Comic-Zeichner Riad Sattouf kennenlernen, der im Buch "L'Arabe du futur" ("Der Araber von morgen") seine Lebensgeschichte zwischen Libyen, Syrien und Frankreich erzählt. Auch wenn Asterix im Ehrengast-Pavillon nicht vertreten ist: Er ist unübersehbar da - überlebensgroß als Aufblas-Figur auf dem Messegelände. Schließlich wird in wenigen Tagen ein neuer Asterix erscheinen. Im 37. Band hat es den legendären kleinen Gallier nach Italien verschlagen.

Asterix-Figur auf der Buchmesse
Kleiner Gallier, riesengroß: Asterix-Figur auf dem Messegelände Bild © picture-alliance/dpa

+++ Buchmesse öffnet ihre Tore +++

Jetzt geht es wirklich los: Nach dem hohen Besuch von Macron und Merkel am Dienstagabend öffnet die Frankfurter Buchmesse am Mittwoch ihre Tore für das Fachpublikum. Erste Prominente lassen sich blicken und der Ehrengast bringt Mitmach-Stationen und ein Hausboot mit. Unsere Programm-Tipps für den ersten Buchmessetag finden Sie hier. Ein Blick in den Ehrengast-Pavillon ist auf jeden Fall zu empfehlen - nicht nur wegen der Brasserie: Was es dort zu entdecken gibt, lesen Sie hier.

Das Wetter könnte sonniger sein am ersten Buchmessetag. Guten Morgen! #fbm17 #buchmesse #frankfurt