Blick in Halle 3 der Frankfurter Buchmesse
Blick in Halle 3 der Frankfurter Buchmesse Bild © Frankfurter Buchmesse

In vier Wochen startet die Frankfurter Buchmesse. Die Veranstalter wollen besonders das Besucher-Wochenende attraktiver gestalten - mit Partys und jeder Menge Promis.

Wenn die Frankfurter Buchmesse nach den Fachbesucher-Tagen die Türen für alle Interessierten öffnet, soll den Besuchern mehr geboten werden. "Es gibt ein großes Bedürfnis in der Öffentlichkeit, Autoren zu sehen und zu erleben“, sagte Lars Birken-Bertsch, Leiter des Business Developments der Buchmesse, beim Pressegespräch am Dienstag. Deshalb werde man sich bemühen, die Autoren mehr in den Vordergrund zu rücken.

Prominente auf der Buchmesse

Dan Brown
US-Autor Dan Brown wird seine einzige Lesung in Deutschland in Frankfurt halten. Bild © picture-alliance/dpa

Was wäre die Buchmesse schließlich ohne Promis? Wie gewohnt tummeln sich Stars und Sternchen auf dem Messegelände. Ein Highlight: lluminati- und Sakrileg-Autor Dan Brown wird sein neues Werk "Origin" vorstellen. Am Samstag, den 14. Oktober, können ihn 1.800 Besucher live erleben. Die Veranstaltung ist schon fast ausverkauft.

Auch die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood wird auf der Buchmesse zu sehen sein. Sie bekommt den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. Unter anderem werden auch Nicholas Sparks, Ken Follet, Can Dündar, Sebastian Fitzek, Wolfgang Hohlbein, Udo Lindenberg, Ingrid Noll, Sven Regener und die Autoren der Shortlist für den Deutschen Buchpreis zur Messe kommen.

Partys für alle Frankfurter

Während der Buchmesse soll auch ordentlich gefeiert werden, abseits des Messegeländes und jenseits von traditionellen Buchmessenfeiern. Nach Messeschluss soll das "Bookfest“ Besucher in verschiedene Locations der Stadt locken. Bei der "Bookfest Night“ am Samstagabend etwa öffnen Bars und Restaurants im Bahnhofsviertel ihre Türen für die Literatur.

Neu hinzu kommt das "Bookfest Bistro“ im Club NM57, in dem es Lesungen und Musik geben wird. Die Partys richten sich aber nicht nur an Messebesucher. "Jeder Frankfurter ist hier willkommen“, sagte Birken-Bertsch.

Frankreich in Frankfurt

Ein Wald - darauf scheweben französische Wörter in weißer Schrift
Bild © Philippe und Loïc Djian

Ehrengast Frankreich soll für die Besucher "anfassbar" sein, kündigte Buchmessen-Direktor Juergen Boos an. Nicht nur mit dem Pavillon wird das Land vertreten sein. Von Köchen in der Gourmet-Gallery bis hin zu französischen Filmen auf der Agora wird das Land immer wieder auf der Messe auftauchen. Dabei werde sich Frankreich nicht als Nation, sondern als Sprachraum präsentieren, sagte Boos. 180 Autoren, unter anderem aus Kanada, der Karibik oder der Schweiz, werden erzählen, was es für sie bedeutet, auf Französisch zu schreiben.

"The Arts+" mit VR-Kino und Robotern

Im Bereich "The Arts+" sollen die Besucher neue Technologien ausprobieren können. Zum zweiten Mal wird es die Messe in der Messe geben. Auf 3.000 Quadratmetern präsentiert sich die Zukunft des Kultur- und Kreativsektors.

Im Virtual-Reality-Kino soll ein besonderes Gemeinschaftserlebnis geschaffen werden. Jeder Besucher schaut durch seine eigene VR-Brille, die aber mit denen der anderen synchronisiert ist.

Das Publikum anziehen soll außerdem ein Roboter namens "manifest.“ Er wird mit Hilfe von Algorithmen Manifeste in mehreren Sprachen schreiben, drucken und an die Gäste verteilen. "Wir beschäftigen uns nicht nur mit Literatur, sondern mit allen Formen des Erzählens“, sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos. "Da gehören dann auch zum Beispiel eine Modenschau oder Roboter dazu.“

Cosplay Corner mit neuem Standort

buchmesse-samstag-cosplay
Cosplayer auf der Buchmesse in Frankfurt. Bild © Caroline Wornath / hr

Für die Cosplayer gibt es eine Neuerung: Zum ersten Mal warten in einer eigenen Halle kulinarische Köstlichkeiten, Merchandising-Handler, Retro-Games und Events auf die Cosplayer. Auch dieses Jahr werden wieder tausende Gäste erwartet, die sich aufwändig als Figuren aus Mangas, Filmen oder Videospielen verkleiden. 

Preiserhöhung bei Tickets

Nicht ganz so publikumsfreundlich hingegen sind die Ticketpreise dieses Jahr. Die Besucher am Wochenende müssen teilweise mehr für den Eintritt bezahlen. Statt wie letztes Jahr 28 Euro werden für ein Wochenendticket 30 Euro fällig. Eine Tageskarte kostet weiterhin 19 Euro. Die ermäßigte Tageskarte für Schüler, Studenten, Azubis oder Rentner kostet mit 14 Euro einen Euro mehr als vergangenes Jahr. Erstmalig ist der Ticketshop schon seit Ostern geöffnet.

Die Frankfurter Buchmesse findet dieses Jahr vom 11. bis 15. Oktober statt. Nach drei Tagen, die nur für Fachbesucher geöffnet sind, darf am Wochenende auch das normale Lesepublikum aufs Gelände. Rund 278.000 Besucher werden erwartet. Es kommen über 7.150 Aussteller aus mehr als 100 Ländern nach Frankfurt.

Videobeitrag

Video

zum Video Rechte Verlage auf Buchmesse

Ende des Videobeitrags

Für Unruhe sorgte im Vorfeld, dass auch der rechtsnationale Verlag Antaios einen Stand angemietet hat. Es seien verschiedene als rechtsradikal einzustufende Verlage, die sich präsentieren wollten, erklärte Buchmessen-Direktor Juergen Boos am Dienstag. "Auch wenn uns das widerstrebt. Die Buchmesse ist ein Ort der Meinungsfreiheit und da müssen wir auch unliebige Meinungen - egal aus welcher politischen Ecke - zulassen."