Margaret Atwood
Margaret Atwood wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 geehrt. Bild © picture-alliance/dpa

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen seien einzigartig, urteilt die Jury.

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Cover Margaret Atwood "Hexensaat"

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Die Jury lobt Atwood als eine der bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Die sich wandelnden Denk- und Verhaltensweisen stelle sie ins Zentrum ihres Schaffens und lote sie in ihren utopischen wie dystopischen Werken furchtlos aus. "Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachtet, zeigt sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann", heißt es in der Begründung der Jury.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, gab die Entscheidung am Dienstag bei der Eröffnung der Buchtage Berlin bekannt. "Durch sie erfahren wir, wer wir sind, wo wir stehen und was wir uns und einem friedlichen Zusammenleben schuldig sind.“

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Cover Margret Atwood "Die steinerne Matratze"

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Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz prägten die Haltung Margaret Atwoods, die mit wachem Bewusstsein und tiefer Menschenkenntnis auf die Welt blicke und ihre Analysen und Sorgen für uns so sprachgewaltig wie literarisch eindringlich formuliere.

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Margaret Atwood - Friedenspreisträgerin 2017

Margaret Atwood, geboren am 18. November 1939 im kanadischen Ottawa, gilt als wichtigste und erfolgreichste Autorin Kanadas. Ihr Werk besteht aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern und ist mittlerweile in mehr als 30 Sprachen erschienen. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto. Erste Gedichte publiziert sie bereits Anfang der 1960er Jahre im "Selbstdruckverfahren".

In ihren literarischen und essayistischen Werken setzt sich Atwood intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander. In ihrem 1985 (dt. 1987) erschienenen utopischen Roman "Der Report der Magd" beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden.

Ihr Essay "Payback. Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands" (2008) thematisiert die Voraussetzungen und Folgen der weltweiten Finanzkrise. Auch über ihr künstlerisches Schaffen hinaus engagiert sich Atwood politisch und gesellschaftlich, etwa als Umweltaktivistin. Gemeinsam mit Salman Rushdie führt sie seit Mai 2017 eine Kampagne des PEN International an, die verfolgten und von Zensur bedrohten Menschen Unterstützung und größere Aufmerksamkeit geben will.

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Mit 25.000 Euro Preisgeld verbunden

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gehört zu den renommiertesten Kulturauszeichnungen Deutschlands. Mit dem Preis ehrt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland.

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Schriftzug Friedenspreis des deutschen Buchhandels

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Die mit 25.000 Euro verbundene Auszeichnung geht dem Statut zufolge an Persönlichkeiten, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen" haben.

Der Preis wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober in der Paulskirche verliehen. Die Verleihung an Margaret Atwood findet am Sonntag, 15. Oktober, statt. Im vergangenen Jahr erhielt die Publizistin Carolin Emcke die Auszeichnung.

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Die Preisträger werden von einem Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Vorschläge dazu kann jeder einreichen. Der Rat setzt sich aus Mitgliedern des Börsenvereins sowie Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zusammen.