Schild mit der Aufschrift "Stoppt Nazis"
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Gegen den Auftritt rechter Verlage auf der Frankfurter Buchmesse setzen die Organisatoren ein Zeichen. Im direkten Umfeld eines umstrittenen Ausstellers ist die Amadeu-Antonio-Stiftung platziert, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus wendet.

Keine zwei Meter werden die Stände des rechtsnationalen Antaios-Verlages und der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung bei der Frankfurter Buchmesse voneinander entfernt sein. "Im Grunde könnten wir uns gut zuwinken", beschreibt Stiftungs-Pressesprecher Robert Lüdecke die Situation, die Besucher im Oktober erleben können.

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Amadeu-Antonio-Stiftung

Die Stiftung setzt sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Ihre Mittel: Aufklärung, Sensibilisierung und Beratung. Zudem unterstützt die Stiftung, die 1998 gegründet wurde, Hilfsangebote für Aussteiger aus der rechten Szene. Ihr Namensgeber, Amadeu Antonio, wurde 1990 in Eberswalde aus rassistischen Gründen zu Tode geprügelt.

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Zum fröhlichen Miteinander dürfte es allerdings nicht kommen. "Die reden eher nicht mit uns", berichtet Lüdecke von Erfahrungen ähnlicher Konstellationen aus der Vergangenheit im Gespräch mit hessenschau.de. Zum zweiten Mal nimmt die Amadeu-Antonio-Stiftung auf Einladung der Buchmesse in Frankfurt teil. Im Vorjahr sei der Auftritt der rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" der Anlass gewesen.

Solche Standkonstellationen seien durchaus spannend, betont Lüdecke. In direkter Nachbarschaft eines solchen Verlags komme man mit den Messebesuchern ganz anders ins Gespräch, denn die seien in dem Moment für die Themen Rechtsextremismus und Rassismus sensibilisiert.

Stiftung auf Gegenwind vorbereitet

Die Mitarbeiter der Stiftung seien inhaltlich selbstverständlich auch gut auf Gegenwind vorbereitet. "Gängige Klischees und Stammtischparolen entkräften, das können wir gut", zeigt sich Lüdecke zuversichtlich und warnt gleichzeitig vor einer Intellektualisierung der rechten Szene. "Die wissen genau, was sie sagen dürfen, damit es nicht verboten ist." Zudem mangele es der rechten Szene nicht an finanziellen Mitteln. Es sei leider unbestritten: "Diese Verlage finden ihren Markt."

Die Haltung der Buchmesse, auch unliebige Meinungen zuzulassen, teilt Lüdecke. Die Messe habe schließlich eine sehr starke Selbstverpflichtung zur Macht und Gedankenfreiheit des Wortes. Der Einladung der Organisatoren, die Amadeu-Antonio-Stiftung als probates Gegenstück in direkter Nachbarschaft zu platzieren, sei man daher auch mit großer Freude gefolgt.