Cover Didier Eribon "Rückkehr nach Reims"

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Susanne von Schenck (hr2-kultur): Der Tod seines Vaters stellte Didier Eribons Leben vollkommen auf den Kopf – nicht, weil er ihn sonderlich mochte, das hatte er noch nie, sondern weil sein Tod dazu führte, dass er sich seiner sozialen Scham stellte und wieder mit der Vergangenheit auseinandersetzte.

In "Rückkehr nach Reims" beschreibt Eribon autobiografisch, wie er in seine Heimatstadt Reims zurückkehrt und sich mit seiner Mutter alte Fotos anschaut. Als Sohn eines homophoben Fabrikarbeiters und einer Putzfrau wollte der homosexuelle Soziologie-Professor seine Vergangenheit hinter sich lassen und sich neu erfinden. Doch nun holt ihn alles wieder ein: Der gewalttätige Vater, die erniedrigen Beschimpfungen, die Formen von Gewalt wegen seiner Homosexualität und der Spagat eines Jungen zwischen seinem Milieu und der Kultur des Lernens.