Cover Lize Spit "Und es schmilzt"

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Ariane Wick (hr2-kultur): "Dieses Buch ist meine persönliche Rache an das kleine Dorf, in dem ich aufgewachsen bin und in dem ich zwanzig Jahre gewohnt habe. Es ist eine Abrechnung mit meiner eigenen Jugend. Das Buch ist mein Eisblock, ich fühlte mich damals auch sehr einsam in meiner Jugend", sagt Lize Split selbst über ihren Debüt-Roman "Und es schmilzt".

Eva wird in einem kleinen flämischen Dorf geboren, im selben Jahr mit ihr noch zwei Jungs, die ihre besten Freunde werden – bis die Pubertät kommt. Im Sommer 2002 wird Eva zum Spielball ihrer Freunde, die sie sogar vergewaltigen. Dreizehn Jahre später kehrt sie zu ihren alkoholabhängigen Eltern in das Dorf zurück, mit einem Eisblock im Kofferraum. Sie will sich bei ihren Peinigern und auch bei allen Leuten im Dorf, die einfach weggeschaut haben, rächen. Gleichzeitig hofft sie aber auch auf Rettung. Als man bemerkt, was sie tatsächlich vorhat, wird man sprachlos.

Einsamkeit und Menschen, die nicht geliebt werden, ist ein großes Thema in dem Roman. Diese Collage aus Wahrheit und Fiktion ist ein sehr persönliches, ehrliches Buch. Es reißt einen mit, und man schmunzelt, man ist aber auch verzweifelt, schämt sich, ist traurig und schockiert zugleich.