Karl-Heinz Körbel im Scanner
Karl-Heinz "Charly" Körbel im Kernspintomographen in den Main-Taunus-Kliniken in Bad Soden. Sein Gehirn soll nachgebaut und ausgestellt werden. Bild © picture-alliance/dpa

Das Gehirn von Eintracht-Legende Karl-Heinz "Charly" Körbel hat am Dienstag einen ersten Schritt in Richtung Museumsstück gemacht: Es wurde gescannt - nun wird gebaut. Zu bewundern ist es dann im Senckenbergmuseum in Frankfurt.

Videobeitrag

Video

zum Video Charly Körbels Gehirn wird Teil des Senckenberg-Museums

Ende des Videobeitrags

Körbels Gehirn wurde am Dienstag in den Kliniken des Main-Taunus Kreises in Bad Soden gescannt. Nun soll es als Vorlage für eine begehbare, sechs Meter lange, drei Meter breite und vier Meter hohe Gehirnattrappe dienen. Diese soll dann von 2020 an im neuen Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt zu sehen sein. Zunächst wird ein 3D-Druck in Originalgröße mit den gewonnenen Daten erstellt. In einem 300 Quadratmeter großen Raum wird das Gehirn dann "in der Mitte als Raumkörper" stehen, kündigte Martin Cepek von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Exponatebauer haben das dreidimensionale Modell als Metallrahmenbau mit einer Holz- und Kunststoffkonstruktion geplant. Die Besucher werden sich im Inneren des hohlen Gehirns aufhalten.

"Ich denke, mein Gehirn wird eine runde Sache"

Audiobeitrag
Modell begehbares Gehirn

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr1-Gespräch: "Die Hirne sehen alle relativ gleich aus."

Ende des Audiobeitrags

"Ich bin schon gespannt, dann irgendwann durch mein eigenes Gehirn zu laufen", sagte Eintracht-Urgestein Körbel, der mit 602 Einsätzen einen Rekord in der Fußball-Bundesliga hält und seit über 25 Jahren seine Spielerkarriere beendet hat. "Ich denke, mein Gehirn wird eine runde Sache", versicherte Körbel.

Mit dem Gehirn will das Senckenberg nach eigenen Angaben darstellen, wie der Mensch funktioniert. "Dabei ist das Gehirn eines der wichtigsten Organe", sagt Martin Cepek, von der Museumsentwicklung Senckenberg. Um das Organ zu erklären, sind im begehbaren Hirn 3D-Holografien geplant und an die "Großhirnrinde" projizierte Sequenzen.

Weitere Informationen

Neue Ausstellungsbereiche Senckenberg

Die Ausstellung des Gehirn-Modells ist Teil des Projekts "Senckenberg 2020 – Neues Museum“. Im Rahmen dieser Umbaumaßnahme wird die bisherige Museumsfläche fast verdoppelt, wodurch auch vier neue Ausstellungsbereiche geschaffen werden: Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft.

Ende der weiteren Informationen
koerbel gehirn
Charly Körbel ist auf dem Weg "in die Röhre". Bild © hr

Körbel hat Einstein aus dem Rennen geschlagen

In einer öffentlichen Abstimmung hatten im Juni vergangenen Jahres 2.300 Interessierte zehn Tage lang darüber abgestimmt, von welcher Person ein begehbares Gehirnmodell ausgestellt werden soll. Körbel gewann souverän mit 56 Prozent. Dahinter folgten Albert Einstein (26 Prozent), die berühmte Affenforscherin Jane Goodall (11 Prozent) und ein unbekannter Senckenberg-Fan (7 Prozent). Die Senckenberg Gesellschaft hatte sich schon damals zufrieden mit dem Ergebnis gezeigt: "Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass Fußballspielen dem Gehirn mehr abverlangt als Schach." Und das Gehirn sehe ja auch eh bei allen so ziemlich gleich aus.

Körbel fühlte sich nach eigenen Angaben sehr geehrt. Es sei ihm aber auch ein bisschen mulmig bei der Sache gewesen. "Was passiert, wenn man mich scannt, und ich habe einen Tumor?" Aus diesem Grund hat sich die Eintracht-Legende schon im vergangenen Jahr zu Voruntersuchungen entschieden. Und trotz zahlreicher Kopfbälle auch mit harten Gegnern war alles in bester Ordnung mit Körbels Hirn.