Röhrenskulptur und Parthenon der Bücher
documenta-Besucher vor dem Parthenon der Bücher. Bild © picture-alliance/dpa

Die documenta stand kurz vor der Pleite. Erst eine Bürgschaft von Stadt und Land konnte eine Insolvenz abwenden – zumindest bis zum Jahresende. Schuld sind unter anderem hohe Kosten am Standort Athen und ein Besuchereinbruch.

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Die documenta wird in diesem Jahr ein Defizit in Höhe von etwa sieben Millionen Euro hinterlassen. Aufsichtsratsmitglied Rabani Alekuzei bestätigte dem hr am Dienstag einen entsprechenden Bericht der HNA. Auch Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) bestätigte die finanziellen Probleme.

Hohe Kosten am Standort Athen

Nur durch eine Bürgschaft vom Land Hessen und der Stadt Kassel in Höhe von jeweils 3,5 Millionen Euro konnte die drohende Insolvenz der documenta gGmbH abgewendet werden. Gründe für das hohe Defizit sind laut dem SPD-Stadtverordneten Alekuzei ein Besuchereinbruch im August, die hohen Sicherheitskosten in Kassel und Athen sowie hohe Stromkosten in Athen.

Geselle sagte, auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats habe die Geschäftsführung die finanzielle Lage dargestellt und einen "aktualisierten Liquiditätsplan" vorgelegt. Dadurch habe der Betrieb der documenta 14 bis zu ihrem Abschluss an diesem Wochenende gesichert werden können.

Die Gesellschafter - Stadt Kassel und Land Hessen - hätten zudem vereinbart, dass die documenta auch darüber hinaus zahlungsfähig bleiben soll, sagte Geselle. "Dazu werden derzeit Sicherheitszusagen der Gesellschafter vorbereitet, damit die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft wieder sichergestellt wird."

Minister: documenta-Durchführung gesichert

Der HNA zufolge war documenta-Leiter Adam Szymczyk zur Sondersitzung des Aufsichtsrates im August nicht eingeladen worden.

Kunstminister Boris Rhein (CDU) äußerte sich zurückhaltend. "Die wichtigste Nachricht ist, dass die reibungslose Durchführung der documenta 14 gesichert ist", sagte er am Dienstag. Darüber hinaus bestätigte er lediglich, dass die Aufsichtsratssitzung stattgefunden habe und man dort beschlossen habe, ein Gutachten bei einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Auftrag zu geben.

Zur Halbzeit noch positives Zwischenfazit

Zur Halbzeit der documenta hatten die Macher um Szymczyk noch eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Sehr zufrieden können wir auf den bisherigen Verlauf der documenta 14 in Athen und Kassel zurückblicken", sagte Ende Juli die Geschäftsführerin der documenta, Annette Kulenkampff. Bis Ende Juli seien 445.000 Besucher gezählt worden, das seien 17 Prozent mehr gewesen als bei der Halbzeit der vorherigen documenta im Jahr 2012.

In diesem Jahr war mit Athen erstmals eine weitere Stadt gleichberechtigter Standort der documenta neben Kassel. Die Ausstellung in Athen war bereits Mitte Juli nach 100 Tagen zu Ende gegangen. In Kassel dauert sie noch bis Sonntag.