Bei einer Kunst-Performance auf dem Athener Syntagma-Platz nähen junge Menschen Jute-Säcke zusammen.
Bei einer Kunst-Performance auf dem Athener Syntagma-Platz nähen junge Menschen Jute-Säcke zusammen. Bild © picture-alliance/dpa

Am Anfang gab es viel Kritik, am Ende wurde es versöhnlicher: Die documenta in Athen ist am Sonntag zu Ende gegangen. Die weltweit wichtigste Ausstellung für moderne Kunst ist jetzt nur noch Kassel zu sehen.

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Kurz vor Schluss kamen noch einmal viele Besucher in Athen. "Es war schon die ganze letzte Woche viel los, und jetzt am Wochenende erst recht", hieß es bei den Veranstaltern am Sonntag. Die Stimmung sei emotional und angesichts des Endes der Kunstschau auch etwas wehmütig.

Geschäftsfüherin zieht positive Bilanz

Erstmals in der Geschichte der documenta gab es zwei gleichberechtigte Standorte: Kassel und Athen. Für Annette Kulenkampff, Geschäftsführerin der documenta in Kassel, hat sich das Wagnis Athen ausgezahlt: "Es fühlen sich plötzlich viele Griechen und Südeuropäer angesprochen, die jetzt auch nach Kassel kommen." Etwa ein Viertel der Gäste in Athen seien Deutsche gewesen, hieß es  beim documenta-Team.

Wie viele Menschen sich die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Athen seit Anfang April angesehen haben, wird erst im Laufe der nächsten Woche bekannt gegeben. Bis vergangenen Mittwoch waren es rund 320.000.

Die Veranstalter sprechen nicht von "Besuchern", sondern von "Besuchszahlen", denn viele Kunstfreunde sahen sich mehr als nur einen der vielen Athener Ausstellungsorte an, sie wurden also mehrfach gezählt. Zudem gewährten viele Museen und auch die  Musikhochschule freien Eintritt.

Geteilte Pressereaktionen

In der griechischen Öffentlichkeit stieß der Kunstimport aus Deutschland im Vorfeld auf viel Kritik. Jetzt, zum Ende der Ausstellung in Athen klingen die Stimmen moderater. Positiv äußerte sich am Wochenende die Athener Tageszeitung "Kathimerini“: "Die documenta von Kassel und ihr künstlerischer Leiter Adam Szymczyk haben uns ein großes Geschenk gemacht. Sie haben Athen und seine zeitgenössische Kunstszene in den  Fokus des internationalen kulturellen Interesses gerückt."

Grundsätzlich wohlwollend, aber inhaltlich durchaus fragwürdig sieht hingegen die Zeitung "To Vima" die Ausstellung. Sie vergleicht die  documenta mit einem Floß, das zur Atlantik-Überquerung antreten wollte, dessen Kapitän aber letztlich nie die Leinen kappte und schließlich unverrichteter Dinge im Hafen liegen blieb.

Die documenta in Athen ist also nun Geschichte. In Kassel aber geht es weiter - bis zum 17. September.

Hier geht es zum virtuellen 360°-Rundgang durch die Kasseler Ausstellung: