Röhrenskulptur und Parthenon der Bücher
Besucher drängen sich auf der documenta 14 vor der Röhren-Installation von Hiwa K. "Parthenon of books" der argentinischen Künstlerin M. Minujin. Bild © picture-alliance/dpa

Die Macher sind sich sicher: Die documenta 14 ist die meistbesuchte Ausstellung zeitgenössischer Kunst aller Zeiten. Finanziell wird die Kunstschau allerdings ein Nachspiel haben.

Genau 891.500 Besucher hat die am Sonntag zu Ende gegangene Weltkunstausstellung documenta 14 in Kassel gezählt. Wie die Veranstalter mitteilten, gab es zudem weitere 339.000 Besucher am Standort Athen, wo die documenta ebenfalls stattfand. Die documenta 14 ist damit den Veranstaltern zufolge die meistbesuchte Ausstellung zeitgenössischer Kunst aller Zeiten.

documenta in Zahlen

  • Mit mehr als 1,2 Millionen Besuchern hat die documenta 14 die documenta 13 abgehängt. Zu der Schau vor fünf Jahren mit ihren Außenstandorten in Kabul, Alexandria und Banff waren insgesamt 905.000 Besucher gekommen, in Kassel wurden damals 860.000 gezählt.
  • Mehr als ein Drittel der Besucher sind aus 76 verschiedenen Ländern der Welt nach Kassel angereist.
  • 119.000 Besucher haben eine der als "Spaziergänge" angebotenen Führungen gebucht.
  • Unter den Gästen befanden sich insgesamt rund 11.500 Pressevertreter und 14.500 Fachleute aus dem Kunstbetrieb.

Trotz des Besucheransturms kam die Ausstellung in diesem Jahr sowohl finanziell als auch in ihrer Organisationsstruktur an ihre Grenzen, wie der Aufsichtsratsvorsitzende der documenta gGmbH, der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), sagte. Sie müsse langfristig eine veränderte Basis erhalten, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein, sagte er. Die Freiheit des kuratorischen Leiters halte er zwar weiterhin sehr hoch, doch komme sie da an ihre Grenzen, wo sie die documenta selbst in Gefahr bringe.

Aufsichtsrat prüft Millionen-Defizit

Am Donnerstag will sich der Aufsichtsrat ein Bild über das voraussichtlichen Defizit machen, das mindestens sieben Millionen Euro betragen soll. Der Betrieb konnte nur deshalb bis zum Ende der Schau aufrecht erhalten werden, weil die beiden Gesellschafter der documenta gGmbH, die Stadt Kassel und das Land Hessen, mit einer Bürgschaft von jeweils 3,5 Millionen Euro in die Bresche sprangen.

Der künstlerische Leiter, Adam Szymczyk, hatte in einer ersten Stellungnahme darauf hingewiesen, dass angesichts der Dimensionen der Schau ein Finanzengpass vorhersehbar gewesen sei. Das Budget sei seit 2012 aber nicht wesentlich verändert worden.

Sendung: hr-iNFO, 19.09.2017, 21.00 Uhr