Ein Besucher bedient sich am Sonntag am Parthenon-Kunstwerk.
Ein Besucher bedient sich am Sonntag am Parthenon-Kunstwerk. Bild © picture-alliance/dpa

Kaum eine documenta-Künstlerin bewegt die Menschenmassen wie die Argentinierin Marta Minujín. Die Vollendung ihres Büchertempels verfolgten Tausende und auch der Abbau des Kunstwerks wurde zum Spektakel.

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Auf der documenta 14 hat der Abbau des "Parthenons der Bücher" begonnen. Am Sonntag durften Besucher in Kassel selbst an dem Kunstwerk die ersten Bücher abreißen und mitnehmen. Der Parthenon wird nun nach und nach seine Fassade verlieren. Schöpferin Marta Minujín zeigt sich nicht traurig über das Ende ihres Großprojekts: "Dieser Parthenon wird berühmter sein als der Parthenon in Griechenland", sagte sie (Hier als 360°-Rundgang).

Minujín war am Samstag wie ein Popstar in Kassel empfangen worden - mit "Marta"-Rufen und Autogrammwünschen. Mehrere tausend Zuschauer verfolgten auf dem Friedrichsplatz, wie die Künstlerin das letzte der 67.000 Bücher an den Tempelnachbau hing. Es war das Werk "Primavera Romana" des US-Autoren Tennessee Williams (deutscher Titel: "Der römische Frühling der Mrs. Stone").

Kaum fertig, schon wieder weg

Die Fassade des Parthenons bestand damit komplett aus Büchern, die irgendwo auf der Welt einmal verboten waren oder es sind. Vollendet war der Parthenon nur für einen Tag. Doch auch der Abbau am Sonntag wurde zum Großereignis: Hunderte Besucher standen Schlange, um sich Bücher vom Tempel abzureißen.

Parthenon der Bücher - fertig
Am 9.9.2017 wurde das 67.000. Buch in den Parthenon der Bücher eingesetzt und das Werk damit vollendet. Bild © picture-alliance/dpa

Minujín störte das nicht: Sie forderte die Leute auf, sich Bücher zu nehmen und fotografierte den Andrang. "Dieser Parthenon wird für immer in den Erinnerungen vieler, vieler Menschen sein", hatte die Künstlerin zuvor gesagt. Laut den documenta-Machern wird der Abbau des Parthenons sich über Tage hinziehen.

Die documenta endet am 17. September. Mehr als 160 Künstler zeigen bis dahin an 30 Standorten ihre Werke. Wie Sie Ihre Zeit auf der documenta noch bis zum kommenden Sonntag nutzen können, lesen Sie hier.