"Carved to flow" heißt die Arbeit der Künstlerin O. Nkanga auf der documenta 14 am 07.06.2017 in der Neuen Galerie in Kassel (Hessen). Die zu Türmchen errichteten Seifenstücke werden in einer Performance während der documenta verkauft.
"Carved to flow" heißt die Arbeit der Künstlerin O. Nkanga. Die zu Türmchen errichteten Seifenstücke werden verkauft. Bild © picture-alliance/dpa

Wer die documenta 14 besucht, bekommt nicht nur etwas zu sehen. Es gibt auch Kunst zu kaufen. Ganz spezielle Kunst. Eine Auswahl von hessenschau.de.

Was wäre ein documenta-Besuch ohne ein Mitbringsel aus Kassel? Diesmal gibt es sogar Kunst zu kaufen, die durch den Magen geht - und Kunst für Fashion-Victims.

Heiße Treter für die Arbeit

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In der Neuen Post ("Neue Neue Galerie") bringt die serbische Künstlerin Irena Haiduk ihre ergonomischen schwarzen Schnürschuhe mit offener Spitze an die Frau - die arbeitende Frau, wohlgemerkt. Haiduk stellt mit ihrer Kunst-Produktionsfirma "Borosana"-Schuhe her.

Diese Schuhe wurden in den 1960er Jahren in Jugoslawien für Putzfrauen und Kellnerinnen entwickelt. Nun tragen auch alle Mitarbeiterinnen der Kasseler und Athener documenta Borosanas. Wer sie auch haben will, muss einen Vertrag unterschreiben: Er darf die Schuhe nur bei der Arbeit tragen. Der Preis richtet sich nach der Höhe des Einkommens und startet bei 25 Euro.

1.000 Paar Schuhe hatte die Künstlerin nach Kassel mitgebracht. Sie fanden nach Angaben der documenta reißenden Absatz. Derzeit sind sie ausverkauft.

Das scharfe Stöffsche "Sufferhead"

Der Name dieses Biers ist Programm: "Sufferhead" bedeutet so viel wie leidender/dicker Kopf. "Sufferhead" heißt das Bier, das documenta-Künstler Emeka Ogboh zusammen mit der Kasseler Brauerei "craftBee" eigens für die Weltkunstschau entwickelt hat. Es ist ein Bier, das tatsächlich in den Kopf geht: dunkel, mit Chili, Honig von Kasseler Stadtbienen und einem Alkoholgehalt von 8,2 % Vol.

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Mit dem Bier spiegelt der 40-Jährige Ogboh seine Erfahrungen als Ausländer in Deutschland wider - und die Tatsache, dass Afrikanern deutsches Essen oft nicht scharf genug ist. Er wollte kulinarische Traditionen kombinieren: afrikanische Gewürze in deutschem Bier - wobei er allerdings das urdeutsche Reinheitsbot umgeht. Kostenpunkt: knapp acht Euro.

Schwarze Seife fürs Bewusstsein

documenta 14 Performer
Ein Mann performt und verkauft Seife in der Neuen Neuen Galerie. Bild © picture-alliance/dpa

Die Nigerianerin Otobong Nkanga verkauft den documenta-Besuchern Seife an verschiedenen Orten in Kassel. 145 Gramm kosten satte 20 Euro. Und Obacht: Die Aktionskünstler, die die handgemachte schwarze Seife aus Kohle und sieben Ölen verkaufen, wollen über ihr Projekt reden! Ihr Ziel: das Bewusstsein für den Konsum verändern. Schnell ein Andenken abgreifen geht also nicht - wer das will, geht wahrscheinlich ohne einen der 45.000 Quader nach Hause.

Kunst und Drinks am Kiosk

Er ist das griechische Gegenstück zum Frankfurter Wasserhäuschen: der griechische "Periptero". Kasseler Studenten haben auf dem Uni-Campus für die Zeit der d14 selbst einen entworfen und gebaut. Zu kaufen gibt es Werke von Künstlern aus Kassel und Athen. Die Preisspanne reicht dabei von einem Euro für eine Postkarte bis zu 250 Euro für Fotografien oder Bilder in limitierter Auflage.

Auch Snacks und Getränke gibt es - zum Beispiel die beiden in Zusammenarbeit mit der Caricatura-Bar kreierten Cocktails "Herkules" und "Athene", eine Mischung von Hochprozentigem aus Griechenland und deutscher Limo.

Socken zum Spazierengehen

Natürlich gibt es auch im documenta-Shop einiges zu kaufen: Kappen zum Beispiel oder Rucksäcke. Ein Highlight sind "Spaziersocken" in den Größen 26 bis 46 , die es für 15 Euro gibt. Hintergrund: Spaziergänge sind diesmal eine Methode, mit der die documenta-Organisatoren Kunst vermitteln wollen. Mit den Socken sollten die Besucher dafür gerüstet sein.

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