Olu Oguibe, Obelisk
Der Obelisk von Olu Oguibe wurde zur documenta 14 auf dem Königsplatz in Kassel errichtet. Bild © dpa/picture-alliance/ Katrin Kimpel (hessenschau.de)

Er hat einen 16 Meter hohen Obelisken mit einer provokanten Botschaft auf dem Königsplatz in Kassel aufgestellt: Dafür zeichnet die Stadt Kassel den documenta-Künstler Olu Oguibe mit dem Arnold-Bode-Preis aus.

Olu Oguibe erhält den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2017 nach einem Beschluss des Magistrats der Stadt Kassel. Der Preis wird in Erinnerung an den documenta-Gründer Arnold Bode verliehen.

Mit seinem Obelisken auf dem Königsplatz beschäftigt sich der in Nigeria geborene Olu Oguibe mit der menschlichen Tragödie des nigerianischen Bürgerkriegs. "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" ist in Goldschrift auf einer Seite als Zitat aus dem Matthäus-Evangelium zu lesen. Die anderen drei Seiten des Obelisken zitieren den Spruch in arabischer, türkischer und englischer Sprache. Der Obelisk sei "eine Arbeit, die eines der brennenden Themen der Gegenwart aufnimmt und mit der Formgebung einen Bezug zur Geschichte herstellt", sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) am Dienstag zur Begründung.

Kritik an denen, die Zuflucht verwehren

Oguibes künstlerische Arbeit für die documenta 14 in Kassel bezieht sich nach Angaben der Ausstellungsmacher auf die humanitäre Hilfe, die die Opfer erhielten. Das Werk sei den 60 Millionen Menschen gewidmet, die sich auf der Flucht befinden.

Mit dem Bibelzitat, sagte der Künstler bei der Errichtung, wolle er besonders diejenigen frommen Evangelikalen in den USA provozieren, die sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehren. Oguibe ist nach eigener Auskunft kein Christ, sein Vater sei jedoch ein Prediger. Die documenta 14 in Kassel läuft noch bis zum 17. September. Der Obelisk ist als Außenkunstwerk auch ohne Ticket zu besichtigen.

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Olu Oguibe

Olu Oguibe ist Künstler, Kulturwissenschaftler und international tätiger Kurator. Die Werke des aus Nigeria stammenden US-Künstlers wurden u.a. in New York, London und Zürich gezeigt. 2007 nahm er an der Biennale in Venedig teil – das Jahr, in dem Afrika erstmals mit einem Pavillon vertreten war. Oguibe setzt sich seit fast vier Jahrzehnten Erfahrung als Konzeptkünstler und Denker mit vielseitigen Themen zu sozialen und formellen Fragen auseinander. Er hat auch permanente Installationen in Deutschland, Japan und Korea geschaffen und seine Arbeiten sind in zahleiche Sammlungen eingegangen. Oguibe selbst hat Ausstellungen für verschiedene Orte wie die Tate 2013 erhielt Oguibe für sein Lebenswerk den Kunstpreis des Gouverneurs von Connecticut. Er lebt und arbeitet in der Kleinstadt Rockville, Connecticut.

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