Besucher betrachten auf der documenta in Kassel den "Parthenon of Books" von Marta Minujin.
Besucher betrachten auf der documenta in Kassel den "Parthenon of Books" von Marta Minujin. Bild © picture-alliance/dpa

Marta Minujíns "Parthenon der Bücher" ist nicht nur das größte Kunstwerk auf der documenta in Kassel. Der Tempel ist jetzt schon ihr Wahrzeichen. Völlig zu Recht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Marta Minujíns "Parthenon der Bücher": ein Mahnmal für die Meinungsfreiheit

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Aus der Ferne sieht der "Parthenon der Bücher" aus, als wäre er aus tausenden bunten Mosaiksteinchen gemacht. Verführerisch glitzert er in der Sonne.

Steht man direkt vor einer der vielen Säulen, liest man: "Das Guantanamo-Tagebuch", "Die Leiden des jungen Werther", "Alice im Wunderland", "Öl", "Die Bibel", "Don Quijote", "Persepolis", "Ulysses, "Die satanischen Verse", "Der kleine Prinz".

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Die documenta hat ihre Pforten geöffnet. Die Kunstwelt schaut nach Kassel. hr2-Reporterin Tanja Küchle hat sich auf der Weltkunstausstellung umgesehen. In der Reihe "documenta to go" stellt sie ihre persönlichen Lieblingswerke vor. Bisher erschienen: Verhüllte Torwache - Verdammt hässlich - verdammt schön

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Insgesamt 50.000 Bücher, die irgendwo auf der Welt mal verboten waren oder es heute sind, sollen die Fassade bekleiden, wenn der "Parthenon der Bücher" der argentinischen Künstlerin Marta Minujín fertig ist.

Jedes einzelne gespendet von Institutionen und privaten Lesern. Es ist ein kollektives Kunstwerk gegen Zensur. Sein maßstabsgetreues Vorbild: die "Wiege der Demokratie", der Parthenon der Akropolis in Athen.

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Das Ergebnis ist überwältigend bis brachial: die zigtausenden Bücher sind eingewickelt in Klarsichtfolie, werden gehalten von einer robusten Stahlkonstruktion.

Viele dieser Bücher wurden 1933 von den Nazis genau hier auf dem Friedrichsplatz verbrannt. Das schwingt mit, wenn man mitten in diesem "Parthenon der Bücher" steht.

Und da ist es ganz egal, dass Marta Minujín damit im Grunde nur eine Wiederauflage des "Parthenons" realisiert, den sie 1983 in Argentinien zum Ende der Militärdiktatur errichten ließ.

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Der "Parthenon der Bücher" erinnert uns daran, dass die Freiheit des Wortes uns nirgendwo auf der Welt auf Dauer garantiert ist. Ob Russland, China, die Türkei Erdogans – oder Trumps USA. Der "Parthenon der Bücher" ist schon jetzt völlig zu Recht DAS Wahrzeichen dieser documenta.

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