Ein Besucher bedient sich am Sonntag am Parthenon-Kunstwerk.
Parthenon-Kunstwerk auf der documenta. Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem Millionendefizit der documenta 14 will die Stadt Kassel gemeinsam mit dem Land Hessen eine Bürgschaft zur Rettung der documenta bereitstellen. Das Stadtparlament stimmte der Entscheidung am Montagabend zu.

Die Stadt Kassel bürgt für die defizitäre documenta. Das hat das Stadtparlament am Montag beschlossen. Eine breite Mehrheit sprach sich für eine Sicherheitszusage für die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst aus. Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) hatte vorab erklärt, wer gegen die Bürgschaft stimme, bringe die documenta-Trägergesellschaft in Gefahr.

Die Trägergesellschaft erwartet für die documenta 2017 ein Bilanzdefizit von 5,4 Millionen Euro. Die Stadt Kassel und das Land Hessen wollen als Gesellschafter insgesamt acht Millionen Euro bereitstellen, um die documenta gGmbH zahlungsfähig zu halten.

Wohin ist das Geld verschwunden?

Das Defizit, das die Kunstausstellung am Ende eingefahren hatte, sorgte für Aufregung, die Suche nach einem Schuldigen begann. Wer genau für das Minus verantwortlich sei, müsse weiter geklärt werden, hatte der Oberbürgermeister gesagt, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der documenta ist.

Das Finanzloch wurde seiner Meinung nach vor allem durch Ausgaben am Standort Athen gerissen. Der hessische Kunstminister Boris Rhein (CDU) unterstrich, die Probleme hätten mit Miet-, Energie-, Transport- und Personalkosten in Griechenland zu tun.

Konkrete Antworten auf diese Fragen erwartet der Aufsichtsrat im Herbst. Im November werde er sich zur nächsten Sitzung treffen und einen weiteren Bericht der schon beauftragten Wirtschaftsprüfungsagentur erhalten.

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Zahlen zur Documenta

Das vom Aufsichtsrat bewilligte Gesamtbudget der documenta für die Jahre 2014 bis 2018 lag laut OB Geselle bei 34 Millionen Euro. Für die Jahre 2015 bis 2017 seien darin für den Standort Athen 2 Millionen Euro enthalten gewesen.

Davon unabhängig sei der Wirtschaftsplan für 2017 zu sehen, sagte Geselle: Der Aufsichtsrat sei von 26,3 Millionen Euro an Aufwänden ausgegangen, die durch Erträge wieder eingenommen werden sollten. Zum 31. Juli 2017 lag der Ertrag dann zwar bei 29,6 Millionen Euro, die Aufwände seien aber gleichzeitig auf 34,9 Millionen Euro gestiegen - allein bis dahin habe das Defizit bei rund 5,4 Millionen Euro gelegen. Das an die Medien kommunizierte Defizit von 7 Millionen Euro ist auf das ganze Jahr gerechnet, weil noch nicht alle Einnahmen und Ausgaben eingerechnet werden konnten.

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Sendung: hr-iNFO, 25.09.2017, 22.00 Uhr