Der Obelisk des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe auf dem Königsplatz in Kassel
Der Obelisk des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe auf dem Königsplatz in Kassel Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Muss die nächste documenta verschoben werden? "Quatsch", entgegnen die documenta-Gesellschafter einem entsprechenden Bericht. Hoffnung gibt es für den Verbleib des beliebten Obelisken auf dem Königsplatz in Kassel.

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In die Diskussion um den Ankauf von Olu Oguibes Obelisken auf dem Kasseler Königsplatz kam am Freitag überraschend Bewegung: Nachdem die Stadt am Dienstag mitgeteilt hatte, das beliebte Außenkunstwerk wegen des hohen Preises nicht erwerben zu wollen, schrieb der Künstler am Freitag auf seiner Facebook-Seite, die Stadt habe ihn kontaktiert und wolle verhandeln: "Die Entscheidung, meine Arbeit zu entfernen war das Resultat von Misskommunikation." Ein Sprecher von Kulturdezernentin Susanne Völker bestätigte hessenschau.de, man sei in Kontakt mit dem Künstler. "Jetzt gilt es erst einmal, einen Termin für ein Treffen zu finden", sagte er.

Unterdessen wiesen Stadt und hessisches Kunstministerium Spekulationen zurück, nach denen die documenta 15 verschoben werden könnte. "Das ist völliger Quatsch", sagte Ministeriumssprecher Christoph Schlein am Freitag zu hessenschau.de, dieselben Worte wählte ein Sprecher der Stadt Kassel.

"Bericht der Wirtschaftsprüfer abwarten"

Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, der Streit um das documenta-Defizit könnten die pünktliche Ausrichtung der d15 gefährden. Die kommende Ausgabe der Weltkunstschau ist für 2022 geplant. So lange die Streitigkeiten andauerten, könne die Findungskommission für den nächsten künstlerischen Leiter weder besetzt noch einberufen werden, zitiert die SZ aus dem "Umfeld" der documenta. Das könne die d15 um mindestens ein Jahr verschieben.

Ministeriumssprecher Schlein sagte dagegen: "Unser Ziel ist es, dass die documenta 15 wie geplant stattfinden kann. Deswegen beteiligen wir uns an solchen Spekulationen normalerweise auch nicht. Wir warten den endgültigen Bericht der Wirtschaftsprüfer ab, der im November vorliegen wird." Stadt und Land sind zu gleichen Teilen Gesellschafter der documenta gGmbH.

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Fest steht bislang: Seit der Vorsitzende des Aufsichtsrats der documenta gGmbH, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), über den möglichen Fehlbetrag von bis zu sieben Millionen Euro informiert wurde, schieben sich die beteiligten Akteure vornehmlich über Zeitung, Radio und Fernsehen gegenseitig die Schuld zu - beteiligt sind die Mitglieder des Aufsichtsrats der documenta gGmbH, dessen Ex-Vorsitzender Bernd Hilgen (SPD) und der künstlerische Leiter Adam Szymczyk.

Konferenz ließ viele Fragen offen

Auch Interna aus einem Vorab-Gutachten der Wirtschaftsprüfer werden dort ausgebreitet und unterschiedlich interpretiert: Während die HNA den Standort Athen als alleinige Ursache des Defizits ausmacht, schreibt die SZ von vielen einzelnen, zum Teil "nachvollziehbaren" Entscheidungen als Ursache für das Defizit.

Der Aufsichtsrat selbst soll Szymczyk und Geschäftsführerin Annette Kulenkampff einen Maulkorb verordnet haben, gleichzeitig spielen einzelne Mitglieder ausgewählten Medien immer wieder Informationen zu. Auch eine Pressekonferenz des Aufsichtsrats zum Defizit ließ viele Fragen offen - immerhin aber gab es ein Bekenntnis der Stadt Kassel und des Landes Hessen zu der Weltkunstschau.

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Die documenta...

…wird je zur Hälfte getragen vom Land Hessen und der Stadt Kassel, Zuwendungen bekommt sie außerdem von der Kulturstiftung des Bundes. Im Aufsichtsrat der gGmbH sitzen: Oberbürgermeister Christian Geselle als Vorsitzender, Kunstminister Boris Rhein (CDU, stellvertretender Vorsitzender), die Staatsminister Eva Kühne-Hörmann und Axel Wintermeyer (beide CDU), Landtagsabgeordnete Karin Müller (Grüne), die Kasseler Stadtverordneten Rabani Alekuzei (SPD), Marcus Leitschuh (CDU), Axel Selbert (Linke) und Gernot Rönz (Grüne) sowie Hortensia Völckers und Alexander Farenholtz vom Vorstand der Kulturstiftung des Bundes.

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