Reiter vom "The Athens-Kassel Ride" des Künstlers Ross Birrell stehen am mit ihren Pferden in Kassel vor dem Nachbau des Parthenon-Tempels.
Die Reiter des "The Athens-Kassel Ride" sind sie vom documenta-Standort Athen nach Kassel geritten. Bild © picture-alliance/dpa

Manch einer trägt sprichwörtlich Eulen nach Athen, andere reisen tatsächlich auf dem Pferd von der griechischen Metropole bis nach Kassel: die documenta-Reiter sind am Sonntag dort begeistert empfangen worden.

Videobeitrag

Video

zum Video Mit dem Pferd von Athen nach Kassel

Ende des Videobeitrags

Hengst Hermes zeigt wenig Ehrfurcht vor der Kunst: Bei der Ankunft am "Parthenon der Bücher" in Kassel verrichtet er zuerst einmal sein Geschäft in aller Öffentlichkeit. Dann unterbricht er mit lautem Wiehern auch noch den Schöpfer des Kunstprojekts, den Schotten Ross Birrell.

Birrell nimmt es mit Humor. Schließlich sei Hermes der Grund, warum man überhaupt hier sei. "Er ist das Geschenk, das Griechenland Deutschland und Kassel macht", sagt Wanderreiter Peter van der Gugten. Er hat Hermes zusammen mit den Deutschen Tina Boche und David Wewetzer sowie dem Ungarn Zsolt Szabo nach Kassel gebracht.

Tausende Besucher empfingen das Quartett am Sonntag begeistert. 3.000 Kilometer hatte der Tross zurückgelegt. Es ist das Ende einer hunderttägigen Reise von Athen quer durch Europa bis nach Kassel, stets hoch zu Ross. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel schlossen sich zahlreiche Hobbyreiter an.

Auf dem Weg nach Kassel: Einer der Reiter am 6. Mai 2017 in Mazedonien
Auf dem Weg nach Kassel: Einer der Reiter am 6. Mai 2017 in Mazedonien Bild © the artist and documenta 14

Für das Projekt "Die Durchreise des Hermes" waren die Reiter am 9. April in Athen gestartet. Mit ihrer Tour wollten sie für Erhaltung und Wertschätzung der Pferde sowie für das Grundrecht von Mensch und Pferd auf einen freien Zugang zur Natur werben.

Aussterbende Pferdeart

Der sechsjährige Götterhengst Hermes gehört zu einer aussterbenden Art, den Arravani. Von den griechischen Gangpferden gibt es nur noch 700. Hermes stehe aber auch für die "unglaubliche Gastfreundschaft", die den Reitern auf der Tour durch sieben Länder begegnet sei, sagt Wanderreiter van der Gugten: "Das einzige Problem waren Grenzen und Verwaltungen." Einmal habe man sechs Tage warten müssen, weil ein Stempel nicht die richtige Farbe gehabt habe.

Für "Die Durchreise des Hermes" gibt es ein historisches Vorbild. So reiste der schweizerisch-argentinische Reiter Aimé Félix Tschiffely zwischen 1925 und 1928 von Buenos Aires nach New York.

Hermes bleibt in Deutschland

Mit der Ankunft in Kassel ist das documenta-Projetk beendet. Die Reiter werden am Montag wieder abreisen. Für Hengst Hermes ist das Abenteuer aber noch nicht vorbei. Er wird Peter van der Gugten zunächst in die Schweiz begleiten. "Wir suchen noch nach einem Züchter in Deutschland", erklärte der Wanderreiter. Wenn der gefunden sei, solle Hermes helfen, die Rasse der Arravani zu erhalten.

Die Kunstausstellung documenta endet in Griechenland am 16. Juli, in Kassel dauert sie bis zum 17. September an. Mehr als 160 Künstler zeigen in der nordhessischen Stadt an 30 Standorten ihre Werke.

Das könnte Sie auch interessieren