Der Richtkranz schwebt anlässlich des Richtfestes der rekonstruierten Frankfurter Altstadt über den Besuchern.
Historischer Moment: Die Frankfurter feierten die Rekonstruktion der Altstadt mit einem Richtfest. Bild © picture-alliance/dpa

Mit einem großen Richtfest hat die Stadt Frankfurt am Samstag den Wiederaufbau ihrer Altstadt gefeiert. Dabei wurde zum ersten Mal ein Teil des historischen Krönungswegs für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

"Die Stadt bekommt mit diesem Projekt, dieser Altstadt, ein Herz, sogar einen Teil ihrer Seele zurück", betonte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in seiner Rede die Bedeutung der Altstadt für Frankfurt. Er bezeichnete das Richtfest als ein "Wiedererrichtungsfest der eigenen Geschichte" und das Altstadt-Projekt als ein "Jahrhundert-Projekt“.

Die ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Petra Roth (CDU), und der amtierende Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) beim Richtfest.
Auch die ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt, Petra Roth (CDU), kam zum Richtfest. Bild © picture-alliance/dpa

Dabei war er lange einer der großen Skeptiker und Gegner des teuren Projekts gewesen. Der politische Kontrahent - die CDU-geführte Stadtregierung - hatte das Projekt auf den Weg gebracht. Feldmanns Vorgängerin, die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth, hatte im Januar 2012 persönlich den Grundstein gelegt. Bei dem Richtfest gab sich die 72-Jährige auch als Initiatorin des Projekts. "Wir können hier haptisch die Verbindung von Tradition und Moderne erfahren", schwärmte Roth.

Der Zeitzeuge Rolf Schmitz "Klaa Rölfche" (geboren 1929), der in der Frankfurter Altstadt geboren und gelebt hat, steht freudestrahlend mit einem Glas Sekt neben dem Richtkranz.
Freude beim 1929 in der Frankfurter Altstadt geborenem Zeitzeugen Rolf Schmitz. Bild © picture-alliance/dpa

Auch Frankfurts neuer Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bezeichnete den Wiederaufbau als eine enorme Aufwertung der Stadt. "Entstanden ist etwas Künstliches - aber kein Disneyland", sagte er. Vor einer solchen Kulissen-Show hatten Kritiker in der Vergangenheit gewarnt. Denn viele der historischen Gebäude bestehen aus massivem Stahlbeton, vor den lediglich originale Bauteile gesetzt werden.

Erste Führungen über den historischen Krönungsweg

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Rund 300 geladene Gäste und gut 500 Bürger erhielten bei dem Richtfest einen ersten Eindruck der neuen Altstadt. Sie nahmen an Führungen über den historischen Krönungsweg teil, der zwischen dem Dom und dem Römerberg verläuft. Den Weg nahmen einst die Kaiser, wenn sie von ihrer Krönung zum anschließenden Bankett in den Römer gingen.

Der Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, Peter Feldmann (l.,SPD), zeigt Besuchern des Richtfestes ein historisches Foto vom "Hühnermarkt".
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zeigte Besuchern ein historisches Foto vom "Hühnermarkt". Bild © picture-alliance/dpa

Der umstrittene Wiederaufbau der Altstadt kostet 186 Millionen Euro, rund 100 Million Euro davon zahlt die Stadt. Sie hofft, einen Teil der Ausgaben durch Vermietungen wieder hereinzuholen. Bis Ende 2017 sollen die 20 Neubauten und 15 Rekonstruktionen auf dem Areal fertiggestellt sein. Das historische Fachwerkviertel war 1944 bei einem Bombenangriff der Alliierten komplett zerstört worden.

Wie das fußballfeldgroße Gelände zwischen dem Frankfurter Dom und dem Römer aus der Vogelperspektive aussieht, sehen Sie in unserem Drohnen-Video:

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