Menschen drängen sich am Museumsufer, auf dem Main fährt ein Boot vorbei.
Das Museumsuferfest war auch in diesem Jahr wieder gut besucht. Bild © picture-alliance/dpa

Crashkurs in Hebräisch, Zeitreise, Morsediplom - das Museumsuferfest in Frankfurt hat an diesem Wochenende annähernd zwei Millionen Menschen angelockt. Dabei hatte es zu Beginn geschüttet wie aus Eimern.

Hochzufrieden zeigten sich die Organisatoren des dreitägigen Museumsuferfests am Sonntag. Bis zum Abschluss am Sonntagabend gingen sie für dieses Jahr von rund 1,8 Millionen Besuchern aus. Allein am Freitag und Samstag waren mehr als eine Million Gäste an den Main gekommen.

Heftiges Unwetter am Freitag schreckt viele ab

Dabei hat vor allem der Freitag ein wenig die Bilanz verhagelt. Ein heftiges Unwetter sorgte für Blitze, Donner und stundenlangen Starkregen in der Stadt. Davon hätten sich dann doch einige abschrecken lassen, sagte eine Sprecherin. Ziel sei es ursprünglich gewesen, die Gästezahl des vergangenen Jahres von zwei Millionen wieder zu erreichen.

Die teilnehmenden Museen boten auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm. So konnte man im Jüdischen Museum einen Crashkrus in Hebräisch absolvieren. Im Städel-Museum bestand die Möglichkeit, sich in einem nachgebauten Atelier des Malers Henri Matisse (1869-1954) in Schwarzweiß fotografieren zu lassen.

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche

Die Ehrengäste des Festes aber waren in diesem Jahr Kinder und Jugendliche. Sie zahlten in den teilnehmenden Museen keinen Eintritt. Auf der "Kinderkulturwiese" gab es für sie ein spezielles Programm an Theater- und Magievorführungen. Außerdem konnten sie überdimensionierte Würfel bemalen und sich im Morsen üben - einschließlich Erwerb eines "Diploms".

Erwachsene zahlten sieben Euro für den Museumsbutton, der zum Eintritt in alle teilnehmenden Museen berechtigte. Entlang des Mainufers gab es Essens- und Verkaufsstände sowie verschiedene Bühnen mit Livemusik und DJs. Die Lautstärke der Beschallung empfanden einige Anwohner und Standbetreiber allerdings als Zumutung.

Betonklötze gegen Terroranschläge

Wie bereits 2016 war in diesem Jahr die Terrorgefahr wieder ein Thema bei der Planung des Festes. Zwar gab es nach Polizeiangaben keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung. Dennoch wurden wie schon beim letzten Mal Betonblöcke aufgestellt, um Anschläge mit Fahrzeugen zu verhindern.

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"Sicherheitsrelevante" Vorfälle habe es aber bis zum Sonntagnachmittag nicht gegeben, so die Polizei. Die Beamten waren überwiegend wegen Körperverletzungen und Diebstählen im Einsatz. Dies sei für Festivals dieser Größenordnung typisch, hieß es.

Feuerwerk zum Abschluss

Insgesamt boten in diesem Jahr 23 Museen und 17 Bühnen mehr als 500 Einzelveranstaltungen an. Das Museumsuferfest gehört somit zu den größten Kulturfesten in Europa. Mit einem großen Feuerwerk ging es am Sonntagabend zu Ende.