Einwohlt Buchcover
Ilona Einwohlt und ihr Buch "Gucken verboten! Das (fast) geheime Aufklärungsbuch". Bild © Thomas Kowallik , S. Fischer

Ein Aufklärungsbuch der direkteren Art: Es geht um Selbstbefriedigung, verschiedenste Sexualpraktiken und "Sex ohne Liebe". In ihrem neuen Kinderbuch lässt die Darmstädter Autorin Ilona Einwohlt kaum ein Tabu gelten.

Sie habe damals gar nicht gewusst, wohin mit ihren Gefühlen, sagt Ilona Einwohlt. Niemals sei sie als Kind richtig aufgeklärt worden. "Erwachsene haben einfach echt Schiss, wenn es um Sex gehe", sagt sie. Den hat die Darmstädterin ganz offenbar nicht.

Buchcover "Gucken verboten! Das (fast) geheime Aufklärungsbuch"
Ilona Einwohlt "Gucken verboten! Das (fast) geheime Aufklärungsbuch" Bild © S. Fischer

Seit Jahren schreibt die Autorin und Mutter von zwei Kindern Bücher zum Thema Mädchen, Aufklärung und Sexualität. Ihr neuestes Werk: "Gucken verboten! Das (fast) geheime Aufklärungsbuch" handelt von Pia und Paul, zwei Freunden, die ihre Pubertät durchleben und dabei ihre Körper und Sexualität kennenlernen: ein Aufklärungsbuch für Kinder ab 10 Jahren.

Es geht um erste Pickel, den Samenerguss und die Periode, aber auch um Themen wie Transgender, Homosexualität, Oralsex und "Sex ohne Liebe".

"Masturbation ist der erste Sex, den Kinder erleben"

Einwohlt will in ihrem Buch Kinder ermutigen, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und zu spüren, was ihnen Spaß macht und was nicht. Auch um Masturbation geht es. "Ich glaube schon, dass man das früh thematisieren sollte, da Masturbation ja der erste Sex ist, den die Kinder erleben", erklärt die Autorin. Man dürfe das nicht tabuisieren.

Spielerisch kommt das Buch daher - dafür sorgen auch die Illustrationen von Katharina Vöhringer. Manches könnte dem ein oder anderen Elternteil aber auch zu weit gehen: Die Zeichnungen verschiedener Sexualstellungen etwa oder die Beschreibungen der elfjährigen Pia, wenn sie sich selbst befriedigt.

Andererseits: Vielleicht stecken dahinter doch nur die alten Ängste der Erwachsenen. Einwohlts 13-jährige Tochter jedenfalls gefällt es, wie die Mutter über Sexualität spricht. "Ich kann meine Mutter alles fragen, dann kriege ich auch immer gute Antworten", sagt sie.