Die neue Chefin des Frankfurter Filmmuseums Ellen M. Harrington
Die neue Chefin des Frankfurter Filmmuseums Ellen M. Harrington Bild © picture-alliance/dpa

Sie kommt aus Hollywood an den Main - und das sollen die Besucher auch merken: Die neue Direktorin Ellen M. Harrington will das Filmmuseum in Frankfurt internationaler aufstellen. Die erste von ihr geleitete Ausstellung gilt dem Kubrik-Klassiker schlechthin.

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Deutsches Filmmuseum in Frankfurt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Aus der Welthauptstadt des Films nach Frankfurt

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Eben noch in Los Angeles bei der weltberühmten Academy of Motion Pictures, jetzt in Frankfurt: Die neue Chefin des Deutschen Filmmuseums und Filminstituts, Ellen M. Harrington, ist seit zwei Wochen im Amt. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt machte sie am Dienstag deutlich, wie sie das Haus künftig aufstellen will.

Vor allem internationaler soll es werden. Erfolgreiche Ausstellungen müssten noch stärker weltweit auf Tour geschickt werden, sagte die die studierte Film- und Literaturwissenschaftlerin. Außerdem müsse die Arbeit des Filminstituts vor allem digital noch besser vermittelt werden. Die Aufgaben der beiden Institutionen müssten deutlicher werden.

Kubrik-Klassiker "2001" ab Ende März

Szene aus Kubricks 2001
Szene aus "2001: Odyssee im Weltraum" Bild © Filmmuseum Frankfurt

Außerdem arbeite sie bereits daran, wichtige neue Sammlungen anzuwerben, sagte die 54-Jährige. Ihre erste Ausstellung widmet sich am dem 20. März dem Science-Fiction-Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick. Damit knüpft das Filmmuseum auch an die vor mehreren Jahren ebenfalls in Frankfurt konzipierte Stanley-Kubrick-Schau an, die auf ihrer weltweiten Tournee von mehr als einer Million Menschen gesehen wurde.

Als Rainer-Werner-Fassbinder-Fan soll die neue Direktorin aus ihrer amerikanischen Sicht auch einen neuen Blick auf das deutsche und europäische Kino wagen. Harrington gilt außerdem als Kennerin des osteuropäischen Films.

Besonders wichtig sei ihr der Dialog mit den Filmfans, sagte die neue Direktorin. "Das Publikum verändert sich. Umso wichtiger ist es, kontinuierlich daran zu arbeiten und neue Wege zu erschließen, wie wir unsere Besucher an uns binden."

Lob für Frankfurter Pioniergeist

Harrington lobte die Stadt Frankfurt "für die Pioniertat", den Film als Kunstform zu erkennen und ihn dann 1984 mit der Gründung eines eigenen Museums zu feiern. "Vielleicht machen sich viele Menschen gar nicht klar, dass es weltweit gerade einmal ein Dutzend großer Filmmuseen gibt."

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Frankfurter Filmmuseum

Das Frankfurter Filmmuseum gehört weltweit zu den bekanntesten Einrichtungen dieser Art. 2011 wurde es für rund 13 Millionen Euro mit maßgeblicher Unterstützung von Bund und Land saniert. Bereits seit 2006 gehört zum Komplex auch das Filminstitut, das bundesweit eine der größten Sammlungen der Filmgeschichte besitzt.

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Harrington hatte zuletzt in Los Angeles das neu gegründete Academy Museum of Motion Pictures mitaufgebaut. Die Institution vergibt in Hollywood auch die Oscars. Dort hat Harrington auch zahlreiche Ausstellungen für die Academy und andere Organisationen kuratiert.

Ihre Vorgängerin Claudia Dillmann hatte sich im September mit 62 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Frankfurt hofft nun, dass mit der Amerikanerin aus Los Angeles auch ein bisschen Hollywood-Glanz auf die Finanzmetropole fällt. Ihre Ernennung sei auch ein "internationales Signal", sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).