Monte Kali bei Heringen an der Werra
Fundort einer Leiche: der "Monte Kali" bei Heringen an der Werra Bild © picture-alliance/dpa

Eine Leiche am Fuße des Monte Kali, eine zweite in Frankfurt. Dazu ein Verstorbener und ein Vermisster. "Tod im Salz" bringt viele Erzählstränge flott zusammen und ist als Hessen-Krimi mit kauzigem Kommissar eine echte Entdeckung.

Leser lieben Kriminalgeschichten. Noch größer ist ihr Interesse, wenn - wohlgemerkt fiktive - Verbrecher in ihrer eigenen Heimatregion wüten. Entsprechend gut laufen bei hessischen Lesern Romane, die in Hessen spielen. In einer losen Serie stellt hessenschau.de aktuelle Krimis mit regionalem Bezug vor.

Die Geschichte

Dieses Mal darf Kommissar Paul Langer bestimmen, wohin die Urlaubsreise mit seiner Frau Gerda geht. Zu deren Entsetzen ist das Ziel Heubach (als Vorlage dafür diente Wildeck-Hönebach im Kreis Hersfeld-Rotenburg) in Nordosthessen. Dort verbrachte Langer schon als Jugendlicher bei Oma und Opa seine Ferien. Im Hotel lernen sie ein Paar kennen, Autohaus-Besitzer aus Frankfurt. Deren Sohn kam vor Jahren in Heubach unter merkwürdigen Umständen zu Tode.

Buchcover
Bild © Pintas Verlag

Auf dem Dorffest trifft Langer seine alte Clique wieder - alle bis auf zwei: Der eine ist angeblich auf Fortbildung, der andere verschwand vor Jahren aus dem Dorf. Dann die Schreckensnachricht: Ein Toter wird am Fuße des Monte Kali gefunden, der großen Kali-Abraumhalde bei Heringen.

Zur gleichen Zeit trifft der Bestsellerautor Richard Immelshausen seinen alten Freund Friedrich Mommsen auf einen Schoppen in einer Frankfurter Apfelweinkneipe. Den einen plagt eine Schreibblockade, der andere macht sich Sorgen nach einem Einbruch in seinem Haus, bei dem der Dieb nur einen kleinen grünen Karton gestohlen hat. Darin befanden sich Erinnerungsstücke an seinen verstorbenen Enkel. Derweil muss sich Langers Stellvertreter Johannes Korp um eine Frauenleiche am Mainufer kümmern. Als Langer aus dem Urlaub zurückkommt und die Leiche sieht, trifft ihn fast der Schlag. Und als er den Zeugen kennenlernt, versteht er die Welt nicht mehr.

Kurzkritik

"Tod im Salz" ist ein flott geschriebener Krimi. Die Geschichte ist anfangs verwirrend und setzt sich aus vielen kleineren und größeren Erzählsträngen zusammen. Aber klar, zum Schluss kommt alles zusammen. Die Dramaturgie stimmt, der Erzählton ist trotz der Krimihandlung humorvoll.

Kommissar Langer ist ein wunderbarer Protagonist, schrullig und grantelnd. Er kommt nur deshalb durchs Leben, weil seine Gerda die Fäden in der Hand hält. Das Buch ist eine kleine Entdeckung. Sollte der Winter noch einmal zurückkommen, kann dieses Buch die Wartezeit auf den Frühling versüßen.

Die Autorin

G.T. Selzer am Schreibtisch
G.T. (Gertraude) Selzer Bild © privat

G. T. oder Gertraude Selzer, geboren im südhessischen Gernsheim, hat Germanistik studiert und arbeitet in der Verlagswerbung. Bereits 1995 schrieb sie ihren ersten Frankfurt-Krimi um die Ermittler Langer und Korp, der aber 20 Jahre in der Schublade lag. 2014 entschloss sie sich, einen eigenen Verlag für ihre Bücher zu gründen. Heute veröffentlicht der Pintas Verlag auch die Bücher anderer Autoren.

"Tod im Salz" ist der vierte Band der Langer-Korp-Reihe. Ein Teil ihrer Familie lebt in Wildeck-Hönebach, sie selbst seit 1978 mit kurzen Unterbrechungen in Frankfurt.