Verloren gegangenes Gepäck im Flughafen
Chaos in der Gepäckaufbewahrung des Flughafens Bild © picture-alliance/dpa

Während einer Montagsdemo der Ausbaugegner wird am Flughafen Frankfurt eine Leiche in einer Golftasche gefunden. Und mittendrin Kommissarin Edith Tannhäuser, die den Fall kurzerhand übernimmt. In Hanna Hartmanns drittem Frankfurt-Krimi.

Leser lieben Kriminalgeschichten. Noch größer ist ihr Interesse, wenn - wohlgemerkt fiktive - Verbrecher in ihrer eigenen Heimatregion wüten. Entsprechend gut laufen bei hessischen Lesern Romane, die in Hessen spielen. In einer losen Serie stellt hessenschau.de aktuelle Krimis mit regionalem Bezug vor.

Die Geschichte:

Den Drogen-Kurier Jack plagen heftige Gewissensbisse. Vor Jahren hatte er seine Freundin überredet, verpacktes Kokain zu schlucken und von Kolumbien nach Frankfurt zu transportieren. Doch sie starb, weil das Päckchen platzte. Nun will Jack endlich aus dem Geschäft aussteigen. Er trifft den Dealer Ed in einem Airport-Hotel, der selbstverständlich etwas gegen Jacks Pläne hat. Es kommt zum Streit. Jack erschlägt Ed.

Buchcover
Bild © Societäts-Verlag

Kurzerhand packt Jack die Leiche in eine große Golftasche und geht zur Gepäckaufbewahrung des Flughafens, wo er in seinem bürgerlichen Beruf arbeitet. Auf dem Weg dahin rempelt ihn eine aufgetakelte Frau an und beschuldigt ihn mit schriller Stimme, er solle doch aufpassen. Jack bricht der Schweiß aus: Wird er entdeckt? Nein. Er stellt die Golftasche im Bereich der verloren gegangenen Koffer ab, wo selten jemand nachschaut.

Zeitgleich wartet Kommissarin Edith Tannhäuser im Terminal auf die Ankunft ihre Freundin, deren Flieger Verspätung hat. In der S-Bahn zum Flughafen stand sie mitten unter Ausbaugegnern auf dem Weg zur Montagsdemo, allen voran eine kreischende, aufgekratzte Frau namens Gertrud. Als Ediths Freundin endlich angekommen ist, wird die Golftasche mit der Leiche gefunden.

Edith übernimmt gezwungenermaßen den Fall, obwohl der Flughafen nicht ihr Revier ist. Immer wieder stolpert Edith zu ihrem Leidwesen über die kreischende Gertrud. Doch letztlich bringt diese Frau die Kommissarin auf die richtige Spur, denn natürlich war sie es, die mit Jack und der Golftasche zusammengeprallt ist. Und sie hat sich sein Gesicht gemerkt.

Kurzkritik:

Die Geschichte, die Hanna Hartmann in ihrem dritten Frankfurt-Krimi entwirft, ist eigentlich ganz spannend. Sie ist auch gut und folgerichtig aufgebaut. Doch leider steckt sie voller Klischees und Fragwürdigkeiten. Zum Beispiel: Wie soll ein ausgewachsener Mann in eine Golftasche passen? Genauso stellt sich die Frage, warum die Flughafengegnerin Gertrud und ihre Freundinnen hysterische Tussis vom Frankfurter Nobelviertel Lerchesberg sein müssen, die nur rumkrakeelen und einander in aller Stutenbissigkeit das Leben schwer machen.

Auf diese Art bleibt das Buch über weite Strecken an der Oberfläche kleben. Die Figuren sind zu grobschlächtig gezeichnet, als dass man letztlich seine Freude an der Geschichte haben könnte. Schade.

Die Autorin:

Hanna Hartmann
Petra Tursky-Hartmann Bild © Ralf Werner

Hanna Hartmann, Jahrgang 1960, stammt aus Bad Kreuznach. Unter ihrem wirklichen Namen Petra Tursky-Hartmann ist sie als frühere SPD-Politikerin bekannt. Den Frankfurter Flughafen kennt sie wie ihre Westentasche, da sie neben ihrem Publizistik-Studium in Mainz als Flugbegleiterin bei der Lufthansa gearbeitet hat. Seit sie sich 2013 aus der Politik verabschiedet hat, arbeitet sie als Pressesprecherin in der IT-Wirtschaft. Sie hat bereits zwei Frankfurt-Krimis veröffentlicht.