Straße in Frankfurts Bahnhofsviertel
Frankfurts Bahnhofsviertel ist ein idealer Krimischauplatz. Bild © picture-alliance/dpa

Was mit einer Prügelei anfängt, endet bald mit Mord. Die Opfer haben direkt oder indirekt mit der kommunalen Haftpflichtversicherung zu tun - ein heikles Thema, das Autor Olaf Jahnke anpackt. Und ein weiterer Hessen-Krimi.

Leser lieben Kriminalgeschichten. Noch größer ist ihr Interesse, wenn - wohlgemerkt fiktive - Verbrecher in ihrer eigenen Heimatregion wüten. Entsprechend gut laufen bei hessischen Lesern Romane, die in Hessen spielen. In einer losen Serie stellt hessenschau.de aktuelle Krimis mit regionalem Bezug vor.

Die Geschichte

Nicht nur Otto Normalverbraucher ist gemeinhin Kunde einer Haftpflichtversicherung. Auch Kommunen, die sich vor finanziellen und wirtschaftlichen Nachteilen schützen wollen, wenn Bürger glauben, sie seien schadenersatzpflichtig. Das reicht vom Schlagloch über Stolpersteine auf dem Gehweg hin zu Klagen von Patienten gegen Krankenhäuser. Dafür gibt es die Kommunale Haftpflichtversicherung.

Olaf Jahnke "Patientenrache" Cover
Bild © Größenwahn Verlag

Privatermittler Roland Bernau wird von dieser Versicherung beauftragt, Prügelattacken auf zwei ihrer Mitarbeiter zu untersuchen. Die beiden sind für Klagen gegen Ärzte zuständig. Dann wird im Frankfurter Bahnhofsviertel ein Gutachter, der mit den Versicherungsvertretern zusammenarbeitet, zu Tode geprügelt. Die Täter kommen mit dem Motorrad und halten Passanten mithilfe einer Schrotflinte in Schach. Als nächstes wird eine Staatsanwältin, die mehrere Klagen von Patienten abgelehnt hat, auf der Autobahn nach Bad Homburg angeschossen; sie überlebt schwerverletzt.

Bernau vermutet Rache von Patienten als Motiv, also macht er Hausbesuche. Aber alle Verdächtigen haben ein Alibi oder sind aufgrund ihrer Krankheit körperlich nicht in der Lage, auf einem Motorrad zu sitzen und eine Schrotflinte abzufeuern. Doch dann wird Bernau selbst mit seiner Freundin Julia zur Zielscheibe.

Kurzkritik

Olaf Jahnke kommt vom Fernsehen, er ist Reporter und Kameramann in einem. Das merkt man seinem Krimi an: Er hat ein Drehbuch geschrieben, das zügig vorankommt, die Story breit, aber nicht zu breit auffächert und mit viel Spannung und einigen Knalleffekten auf den Showdown zusteuert. Seine Themen findet er in den Bereichen, die er auch in seinem Job bearbeitet: Wirtschaft, Arbeit und Soziales interessieren ihn am meisten.

Sein Privatermittler ist mit einer ordentlichen Prise Humor gesegnet, vor allem sich selbst gegenüber. Das macht ihn zu einem grundsympathischen Menschen. Schade nur, dass der Titel des Krimis nicht geheimnisvoller ist: Schon da findet sich die Spur zur - dennoch - überraschenden Lösung seines Falles.

Der Autor

Olaf Jahnke  Portrait
Olaf Jahnke Bild © Mara Jahnke

Geschrieben habe er schon immer, sagt Jahnke, der 1963 in Uelzen geboren wurde und seit 1982 in Hessen lebt. Zuerst für die Schülerzeitung, dann die Lokalzeitung, dann für überregionale Blätter. Als Kameramann arbeitete er sieben Jahre in der Fernsehproduktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", danach bis heute als Kameramann und Reporter für den Hessischen Rundfunk.