Filmfest Weiterstadt
Filmfest Weiterstadt Bild © Filmfest Weiterstadt, 2016

25 Filme an einem Abend und bei freiem Eintritt und Volksfestatmosphäre gibt es nicht oft - aber jetzt wieder in Weiterstadt. Ein Interview, das auch erklärt, warum der US-Präsident nicht zu sehen sein wird.

Tausende Kurzfilme, internationale Produktionen und eher regionale Werke, haben Andreas Heidenreich und seine Kollegen gesichtet und bewertet. Vier Tage lang werden sie diese Filme nun zeigen, pro Abend über 25 Stück, dazu gibt es noch Livemusik. Über die Auswahl der Filme, die besondere Atmosphäre in Weiterstadt und warum Donald Trump es nicht ins Programm geschafft hat, spricht Heidenreich im hessenschau.de-Interview.

hessenschau.de: Herr Heidenreich, Open Air Filmfest Weiterstadt - was ist das Besondere?

Andreas Heidenreich: Unser Filmfest dauert vier Tage und findet Open Air statt. Tagsüber zeigen wir die Filme wegen des Lichts im Zelt. Unser Angebot ist kostenlos, das ist auf jeden Fall außergewöhnlich. Viele Menschen kommen auch wegen der guten Stimmung. Es gibt Bier, Bratwurst und allgemein ist bei uns einfach viel los.

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Open Air Filmfest Weiterstadt

Das Filmprogramm beginnt ab 21.30 Uhr und dauert rund drei Stunden. Es gibt Bierbänke, Stühle oder auch die Möglichkeit auf der Wiese zu liegen. Ab 20 Uhr spielt vor dem eigentlichen Filmabend immer eine Live-Band und die Filmblöcke werden von einer Moderation begleitet. Viele Filmemacher sind auch selbst in Weiterstadt und mischen sich unters Publikum. Gezeigt werden internationale Werke. Bei gutem Wetter kamen in den vergangenen Jahren bis zu 1.500 Zuschauer pro Abend.

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hessenschau.de: Welche Art von Publikum sprechen Sie an?

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Bier und Bratwurst gibt es auch beim Filmfest Weiterstadt. Bild © Filmfest Weiterstadt

Heidenreich: Wir sprechen ganz bewusst ein sehr breites Publikum an. Es kommen auch Menschen, die sich vielleicht für ein Kurzfilmfest nicht unbedingt ein Ticket kaufen würden, weil vielleicht kein Til Schweiger mitspielt. Aber die Begeisterung für die Filme reißt hier dann wirklich alle mit. Gerade die Gäste, die unvorbereitet kommen, sind dann am aufgeschlossensten. Das ist immer sehr spannend zu sehen, dass die Zuschauer viel entdecken, was sie so sonst noch nicht kannten.

hessenschau.de: Was für Filme zeigen Sie? Gibt es ein bestimmtes Thema für das Filmfest?

Heidenreich: Insgesamt zeigen wir 197 Kurzfilme quer durch alle Sparten und Themen: Lustiges, Politisches, Dokumentarfilme, Animations- und Trickfilme. Nur die Sparte Super-8-Film und die Kinderfilme laufen als eigene Kategorien. Außerdem gibt es auch einen Kurzfilm-Poetry-Slam. Da zeigen wir erst einen Kurzfilm und dann präsentiert ein Poetry-Slammer dazu einen Text. Das Publikum kann einen Preis vergeben.

hessenschau.de: Wie sind Sie auf die Filme gekommen, die sie zeigen?

Heidenreich: Wir hatten knapp 3.700 Bewerbungen aus über 130 Ländern. Aus dieser Masse haben wir dann ausgewählt. Dabei musste natürlich jeder einzelne Film überzeugen, aber eben auch am Ende ein stimmiges Gesamtprogramm heraus kommen.

hessenschau.de: Und welche Art von Programm haben Sie schließlich zusammen gestellt?

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Im Wald und bei Dunkelheit entfalten die Kurzfilme eine ganz besondere Wirkung. Bild © Filmfest Weiterstadt

Heidenreich: Ein ausgewogenes Programm, das möglichst viele Menschen anspricht. Es dürfen nicht nur ernste Filme oder nur fremdsprachige Filme oder nur deutschsprachige oder nur Animationsfilme sein. Wir wollen alle Genres bedienen und legen auch großen Wert auf regionale Beiträge. Diese Mischung haben wir hingekriegt. Das wird ein sehr abwechslungsreiches Programm mit etwa 25 Filmen pro Abend. Tagsüber im Filmzelt sind es noch mehr.

hessenschau.de: Gab es viele Einreichungen speziellen Themen?

Heidenreich: Ja, wir hatten viele Filme zu den Themen Flucht und Migration. Da haben es auch einige in das Programm geschafft. Einige haben auch Filme über Donald Trump gedreht. Von diesen zeigen wir keinen einzigen, schlicht weil uns keiner überzeugt hat. Die Filme zu ähnlichen Themen verteilen wir über das Programm, so dass keine Themenblöcke entstehen. Am Ende des Abends soll von allem was dabei gewesen sein.

Das Gespräch führte Katrin Kimpel

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