Bildcollage: Polizeiautos mit Dildos dekoriert und brennendes Polizeiauto
Für ein Videoprojekt hat die Künstlergruppe Frankfurter Hauptschule ein vermeintliches Polizeiauto in Flammen aufgehen lassen. Bild © Künstlergruppe Frankfurter Hauptschule (Facebook und Screenshot Video)

Vor einer Woche hatten Künstler ein ausgebranntes Polizeiauto im Frankfurter Bahnhofsviertel abgestellt. Mit einem Video über die Aktion ist für Polizeipräsident Gerhard Bereswill die "Grenze des Erträglichen" nun überschritten.

Der verkohlte Polizeiwagen, der laut Polizei aus einer Filmkulisse stammen soll, war vergangene Woche im Frankfurter Bahnhofsviertel entdeckt worden: die Scheiben zertrümmert, der Wagen ausgebrannt. Was zunächst für Rätselraten sorgte, entpuppte sich nach und nach als Teil eines Videokunstwerks. Die Künstler filmten, wie Passanten auf den ausgebrannten Wagen reagierten.

Die Botschaft der schon früher durch provokante Aktionen aufgefallenen Künstler der Gruppe "Frankfurter Hauptschule": ein Zeichen gegen die Verdrängung der Drogensüchtigen. Um die Drogenkriminalität in dem Viertel einzudämmen, hat die Polizei ihre Präsenz deutlich erhöht.

Aus Gelassenheit wird Empörung

Zunächst habe die Polizei noch gelassen auf die "sehr fragwürdige künstlerische Darstellung" reagiert, erklärte Polizeipräsident Bereswill am Freitag. Doch mittlerweile steht der Wagen nicht mehr im Bahnhofsviertel, sondern im Hof der Städelschule. Dort ist er Teil des alljährlichen Rundgangs, bei dem gut 200 Studenten ihre Arbeiten zeigen.

Mit der Ausstellung und den beiden dazugehörigen Videos sei die Grenze des Erträglichen überschritten, betonte Bereswill. In einem der Videos heißt es "wir sehen Horden von vercrackten Zombies mit abgesägten Schrotflinten durch die Münchener Straße patrouillieren, wir sehen den Rauch ausbrennender Einsatzwagen, der sich mit dem warmen Licht der Abendsonne mischt".

Polizei: Aufruf zur Gewalt gegen Beamte

Diese Aussage mit dem Zusatz "und wir lächeln", seien nicht nur äußerst geschmacklos, heißt es in der Stellungnahme des Polizeipräsidenten. "Vielmehr sehe ich darin einen Aufruf, der Übergriffen und Gewalttaten auf Polizeibeamtinnen und -beamte den Boden bereitet."

An dieser Stelle ende die künstlerische Freiheit. Dies sei nicht hinnehmbar. "Zudem ist es eine absolute Respektlosigkeit gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen, insbesondere denjenigen, die im Bahnhofsviertel tagtäglich für Sicherheit sorgen."

Durch die Aktion würden zudem die hilfebedürftigen Suchtkranken zum bloßen Objekt herabwürdigt und als "Zombies" diskreditiert. Dass die Staatliche Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) eine solche Aktion unterstütze, sei befremdlich. Von der Städelschule gab es mit Verweis auf die Eröffnung des jährlichen Rundgangs zunächst keine Reaktion auf die Kritik.