Historisches Museum Frankfurt
Blick aufs neue Historische Museum Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Der Countdown läuft: Nach vielen Diskussionen und sechs Jahren Bauzeit eröffnet in Frankfurt im Herbst das neu gebaute Historische Museum. Noch sind die Räume leer. Am Wochenende dürfen sich die Frankfurter aber ein erstes Bild machen.

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Nichts weniger als "völlig neu erfinden" wollte die Stadt Frankfurt ihr Historisches Museum. Wie weit das gelungen ist, davon konnten sich am Mittwoch zunächst einmal geladene Gäste überzeugen: Baudezernent Jan Schneider (CDU) übergab den Neubau feierlich an Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

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Nach rund zehn Jahren Planung und in sechsjähriger Bauzeit ist am Rand des Römerbergs ein Ensemble aus zwei neuen Ausstellungshäusern entstanden. Und die sind - anders als der 1972 errichtete alte Bau mit dem Charme einer Tiefgarage - offen und hell.

"Museumshof für alle"

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Bürgerfest

Am 20. und 21. Mai, jeweils von 10 bis 17 Uhr, gibt es am und im Historischen Museum ein Festprogramm bestehend aus Sonderführungen, Musik- und Theater. Der Eintritt ist frei.

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Das beginnt schon beim Museumshof. Er verbindet die beiden Häuser und ist über eine spanische Treppe zu erreichen. "Vielleicht wird sich ja bald der Begriff 'Frankfurter Treppe' durchsetzen", scherzte Museumsdirektor Jan Gerchow. Hier können die Frankfurter an lauen Sommerabenden sitzen. "Der Museumshof soll allen gehören", findet Gerchow.

Auch im neuen Museum regiert Offenheit: Die meisten Ausstellungsräume sind lichtdurchflutet, viele Wände aus Glas. Insgesamt hat der Bau eine Länge von 60 Metern. Sein großes Satteldach mit hohen Giebeln erinnert an eine große Scheune. Als Baumaterialien wurden roter Sandstein, Schiefer und Basalt verwendet - in Anlehnung an die neue Altstadt.

"Meilenstein" am Museumsufer

Inhaltlich werde sich das Museum als Forum für die gesamte Stadtgeschichte mit Blick auf die Gegenwart verstehen, sagte Gerchow weiter. Der abgerissene Betonbau, der sich damals bewusst gegen die "elitäre Kultur" positioniert habe, sei ein "ungeliebter Solitär" gewesen.

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Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bezeichnete das von dem Stuttgarter Architektenbüro Lederer Ragnarsdottir Oei errichtete Museum als "Meilenstein". Mit seinem architektonischen Bezug auf die Altstadt sei das Gebäude ein "großer Wurf" geworden. Am Wochenende können sich die Bürger bei einem Eröffnungsfest davon ein eigenes Bild machen. Die Ausstellungen werden bis zum Herbst mit rund 4.500 Objekten bestückt.

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Hintergrund

Der Neubau des Historischen Museums hat in Frankfurt für große Debatten gesorgt, da ein aus dem Jahr 1972 stammender Museums-Betonklotz abgerissen werden musste. Dieser sollte eigentlich nur saniert werden, was aber mehr als 35 Millionen Euro gekostet hätte. 2011 ging es los, auch das Ensemble mit den angrenzenden Museums-Altbauten, darunter das Stadtmuseum, wurde saniert. Die Kosten lagen bei rund 54 Millionen Euro. Das Projekt wurde zuletzt nochmals vier Millionen Euro teurer, weil in der Baugrube karolingische Überreste gefunden wurden.

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