Europäische Zentralbank EZB
Albert Speer plante mit seinem Büro den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB). Bild © picture-alliance/dpa

Weltweit hat er imposante Gebäude gebaut und ganze Stadtteile geplant: Der verstorbene Architekt Albert Speer war ein Global Player. Besonders in Frankfurt hat Speer prägende Bauwerke und Ideen hinterlassen.

Albert Speer junior prägte Frankfurt als Architekt und Stadtplaner jahrzehntelang. Viele markante Gebäude stammen aus seiner Feder, ganze Stadtteile, gründsätzliche Ideen und sogar ein Teil der Skyline. Speer verstarb vergangenes Wochenende im Alter von 83 Jahren. Wir zeigen, welche markanten Bauwerke er in Frankfurt hinterlassen hat:

Museumsufer/Holbeinsteg

Zwei Fahrradfahrer fahren über den Holbeinsteg in Frankfurt.
Das Büro AS+P erarbeitete 1980 einen "Gesamtplan Museumsufer". Realisiert wurde davon unter anderem der Holbeinsteg. Bild © picture-alliance/dpa

Das Architektenbüro AS+P, damals noch unter dem Namen "Speerplan", erarbeitete 1980 einen "Gesamtplan Museumsufer". Realisiert wurde davon als wichtigstes Bauwerk bis 1990 der Holbeinsteg. Die Hängebrücke verbindet das Bahnhofsviertel mit dem Museumsufer auf Höhe des Städel Museums und ist nach der Malerfamilie Holbein benannt. Zwischen 1980 und 1990 wurden bestehende Museen ausgebaut und neue errichtet. Pläne, den Verkehr am Museumsufer auszudünnen, wurden hingegen nicht umgesetzt.

Neubau der Europäischen Zentralbank

EZB Frankfurt bei Nacht
Die neue EZB steht als Solitär im Frankfurter Osten direkt am Main. Bild © picture-alliance/dpa

Albert Speer plante mit seinem Büro den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB). 2014 war das Projekt abgeschlossen und das neue EZB-Gebäude, das auf dem Gelände der denkmalgeschützten ehemaligen Großmarkthalle entstand, konnte von den rund 2.900 Mitarbeitern bezogen werden. AS+P war zuletzt mit einem Team von 30 Architekten und Ingenieuren auf der Baustelle. Speer und seine Kollegen waren unter anderem für Beratung, Planung und Koordination verantwortlich. Entworfen hat das neue Domizil der EZB das Wiener Architektenbüro Coop Himmelblau.

Skyline/ Mainzer Landstraße

Mainzer Landstraße Frankfurt
Ab 1984 entwickelte das Büro von Albert Speer ein Gestaltungskonzept für die Mainzer Landstraße und damit auch das Gesicht der Frankfurter Skyline. Bild © AS + P Albert Speer + Partner GmbH

Der erste nationale Großauftrag, den Speer 1972 verwirklichte , war die damalige DG-Bank. Heute ist das der Union Investment-Turm im Bahnhofsviertel, der den Spitznamen "Blauer Turm" trägt. Bis 2015 war das Hochhaus der Hauptsitz der Investmentgesellschaft Union Investment. Für die Mainzer Landstraße entwickelte Speer einen "Hochhausleitplan". Die Mainzer Landstraße verbindet die Innenstadt und das Bahnhofsviertel mit dem Messegelände und dem Flughafen. Speer schuf viel Büroraum und baute in die Höhe. Die Kette von Hochhäusern ist heute ein wesentliches Element der Frankfurter Skyline und prägt das "Gesicht" von Frankfurt.

Europaviertel

Europaviertel in Frankfurt (Schrägluftbild 2016)
Das neue Europaviertel in Frankfurt (Luftbild 2016). AS+P entwickelten den Masterplan für den neuen Stadtteil. Bild © aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

Bereits 1999 legte Speer das erste Konzept für den ehemaligen Rangierbahnhof hinter dem Frankfurter Hauptbahnhof vor. Die Idee: Ein Viertel "mit moderner Nutzungsmischung und pulsierendem städtischen Leben". Entstanden ist nun ein komplett neuer Stadtteil mit Wohneinheiten, Bürogebäuden, Infrastruktur, einem breiten Boulevard und einem Park. Künftig sollen im Europaviertel 10.000 Menschen wohnen und 30.000 arbeiten.

Baseler Platz

Das Gebäude "Oval am Baseler Platz"
"Oval" am Baseler Platz. Dort entstanden Restaurants, Läden, Ausstellungsräume, Büroetagen und Wohnetagen. Bild © Christian Grau

Das Areal zwischen Friedensbrücke und Hauptbahnhof bildet das südliche Tor zur Frankfurter Innenstadt. Speer plante und baute dort das "Oval", ein Gebäude in Form eines Dreieicks mit abgerundeten Spitzen. Sechs Büroetagen, drei Wohnetagen, ein Restaurant, Geschäfte und Ausstellungsräume fanden darin ihren Platz. Das Gebäude wurde 2004 fertig.

Bauwerke am Frankfurter Flughafen

Fraport Firmenzentrale
Das Büro Speer baute unter anderem die Fraport-Firmenzentrale auf dem Flughafen-Areal. Bild © AS+P Albert Speer + Partner GmbH

Die Firmenzentrale des Flughafenbetreibers Fraport ist im so genannten Zentralbereich des Frankfurter Flughafens entstanden. Das Gebäude kann sowohl vom öffentlichen als auch vom Betriebsbereich aus genutzt werden. Auch das House of Logistics & Mobility (HOLM) im Staddteil Gateway Gardens am Flughafen wurde von Speer entworfen. Im HOLM können Hochschulen und Unternehmen Büroräume und Projektarbeitsplätze mieten. Zudem stehen Seminarräume und ein teilbarer Audimax mit bis zu 500 Plätzen zur Verfügung. Das Gebäude wurde 2014 eröffnet.