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Für das Millionen-Defizit der documenta 14 ist allein der Zweitstandort Athen verantwortlich. Dies ergab nach Angaben des Aufsichtsrats der Ausstellung eine Sonderprüfung. Nun wird die Organisation durchleuchtet.

Ohne Athen weise die im September beendete documenta einen Gewinn aus, erklärte der Aufsichtsrat nach seiner Sitzung in Kassel am Mittwochabend. Er verwies auf eine Prüfung durch Wirtschaftsberater. Das bekannte Defizit von voraussichtlich 5,4 Millionen Euro sei in Athen aufgelaufen. Hier wurde das Budget bei Personal, Transport, Räumen und Sicherheit überschritten.

Über Konsequenzen will das Gremium weiter beraten. Beschlossen wurde aber: Die nächste documenta findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt. Eine Kommission soll einen künstlerischen Leiter suchen.

Management auf dem Prüfstand

Das Land und die Stadt Kassel als documenta Gesellschafter kündigten an, die Organisation der Ausstellung nach den aktuellen Erfahrungen auf den Prüfstand zu stellen. Externe Berater sollen dazu die Strukturen des Managements, vor allem Controlling und Risikomanagement, unter die Lupe nehmen und Vorschläge zur Verbesserung machen. Stadt und Land hatten im September Bürgschaften bewilligt, um die Schau zu retten.

"Mit den heutigen Entscheidungen sorgen wir dafür, dass die documenta wie geplant 2022 stattfinden kann", sagte Kunstminister Boris Reihn (CDU). Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), auch Chef des Aufsichtsrats, erklärte: "Parallel müssen jetzt die erforderlichen Schritte eingeleitet werden, um die documenta langfristig auf eine neue, solide Basis zu stellen."

documenta-Leiter: Empörung übertrieben

Der Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, hatte sich zuvor in einem Interview zu seiner Ausstellung bekannt: "Wenn jemand die documenta für gescheitert hält, finde ich das auch in Ordnung. Ich habe kein Problem mit dem Scheitern", sagte er der Zeitschrift "Monopol - Magazin für Kunst und Leben" (Dezemberausgabe).

Die Empörung über die finanzielle Lücke in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro halte er für übertrieben, erklärte Szymczyk. Mit 15 Prozent des Gesamtetats sei das Defizit nicht außergewöhnlich hoch.

Die 14. Ausgabe der Ausstellung für zeitgenössische Kunst fand vom 8. April bis zum 17. September in Kassel und Athen statt. Allein nach Nordhessen kamen 891.500 Besucher.