Der geplante Eingang zum MOMEM und der Eingang zum Kindermuseum.
In die Räume des ehemaligen Kindermuseums an der Hauptwache zieht das MOMEM ein. Bild © Atelier Markgraph/ Katrin Kimpel (hr)

Weltweit können Fans die angekündigte Eröffnung des Museum Of Modern Electronic Music (MOMEM) in Frankfurt gar nicht abwarten. Die Stadt meldet einen Rekord auf ihrer Facebook-Seite - und der Museumsdirektor verfrühten Besuch aus Südamerika.

In den sozialen Medien wird die Ankündigung der Stadt, dass Frankfurt schon im Sommer ein Museum für Moderne Elektronische Musik (MOMEM) bekommen wird, begeistert aufgenommen. frankfurt.de, das Informationsportal der Stadt, hat auf seiner Facebook-Seite einen Post platziert – ein kurzes Video ohne Ton und einen Link auf eine Pressemitteilung zum Thema. Dieser Facebook-Post wurde rund 124.000 mal aufgerufen, über 2.600 mal geliked und rund 1.000 mal geteilt.

Zum Vergleich: Ein Post zur neuen Altstadt erhielt gerade einmal ein Zehntel der Likes. "Das ist einer der erfolgreichsten, wenn nicht der erfolgreichste Post, den frankfurt.de je hatte", sagt Stefan Jäger, Sprecher der Stadt. Auch das internationale Feedback sei "überwältigend" - und zwar so sehr, dass man die ursprünglich nur in deutscher Sprache verschickte Pressemeldung schnell noch ins Englische übersetzt habe.

Stadt: MOMEM soll neue Besucher nach Frankfurt locken

Ein anderes, eineinhalb Minuten langes Video über das MOMEM wurde seit 1. Februar sogar mehr als eine halbe Million mal auf der Facebook-Seite des Magazins Mixmag aufgerufen. "Die Resonanz, vor allem auch international, ist beeindruckend. Und wir haben ja noch gar nicht angefangen", sagt Museumsdirektor Alex Azary. Er wird nach eigenen Angaben mit Interviewanfragen aus der ganzen Welt überhäuft.

"Looks like we need a trip to germany again", "WE HAVE TO GOOOO!!!! :0" - "sieht so aus, als müssten wir wieder nach Deutschland reisen, "wir müssen hin!": Viele User kündigen in ihren Facebook-Kommentaren einen Besuch in Frankfurt an, um das MOMEM zu sehen. Tatsächlich stünden jetzt schon immer wieder verfrühte Besucher vor seiner Wohnungstür, sagt Azary. "Das sind inzwischen Dutzende, immer wieder." Darunter seien Besucher aus Italien, Frankreich und Spanien, die das MOMEM über Google gesucht hätten und dann beim Museumschef zu Hause gelandet waren. Zuletzt habe sogar ein Fan aus Brasilien an seiner Tür geklingelt.

Mediale Unterstützung - aber nicht mehr Geld

"Über das MOMEM bekommt Frankfurt Aufmerksamkeit. Mit diesem Pfund wollen wir auch bei anderen Themen wuchern", sagt Jäger. Eine Hoffnung, die Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) teilt, der auch Schirmherr des Projektes ist. Er setzt nach eigenen Worten auf die "internationale Anziehungskraft" des neuen Museums, das viele Menschen in die Stadt locken werde.

Die Stadt stellt dem Museum Räume an der Hauptwache mietfrei zur Verfügung. "Das ist ein Geben und Nehmen", sagt Jäger. Darüber hinaus sei zunächst keine finanzielle Unterstützung geplant. Man bekenne sich aber dazu "soweit wir über die Kanäle und Mittel verfügen, das Momem kommunikativ weiter zu unterstützen."

Anfang April sollen die Räume des ehemaligen Kindermuseums an der Hauptwache an das MOMEM übergeben werden. "Dann renovieren wir und legen hoffentlich im Sommer endgültig los", kündigt Direktor Azary an.