Polizeikräfte ziehen sich in Hamburg im Schanzenviertel vor den Demonstranten zurück, während sich Passanten hinter den Scheiben eines Restaurants in Sicherheit bringen.
Bei dem Einsatz in der Nacht auf Sonntag kam es erneut im Hamburger Schanzenviertel zu Auseinandersetzungen. Bild © picture-alliance/dpa

Beim G20-Gipfel in Hamburg sind 130 Polizisten aus Hessen leicht durch Reizgas verletzt worden. Dieses wurde laut Innenministerium von G20-Gegnern eingesetzt.

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Bei der Räumung eines Platzes im Hamburger Schanzenviertel hätten die Beamten das von Gipfelgegnern eingesetze Gas in der Nacht zum Sonntag in Atemwege und Augen bekommen, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden am Sonntag mit. Dies habe zu Augentränen und –rötungen geführt.

Betroffene Polizisten seien vor Ort und ambulant behandelt worden. Schwer verletzt wurde nach Angaben des Lagezentrums keiner der hessischen Beamten. In einer ersten Meldung hatte es geheißen, dass die Beamten beim Einsatz von Tränengas gegen Gipfelgegner verletzt wurden. Am Sonntagabend stellte das Ministerium in Wiesbaden den Sacherverhalt klar.

Tränengas waberte in der Nacht zum Sonntag in Hamburg im Schanzenviertel durch die Straßen
Tränengas waberte in der Nacht zum Sonntag in Hamburg im Schanzenviertel durch die Straßen Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem Ende des G20-Gipfels war es in Hamburg erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Pfefferspray und Tränengas ein, um Sitzblockaden im Schanzenviertel aufzulösen. Randalierer warfen Flaschen, Steine oder Böller, mehrere Vermummte warfen Flaschen auf Häuser, aus denen ihnen "Haut ab" entgegengerufen wurde.

"Diese blinde Zerstörungswut gegenüber Eigentum der Hamburger Bürger und Brutalität gegenüber den Einsatzkräften ist erschütternd und kann von den Sicherheitsbehörden nicht toleriert werden", teilte Hessens Innenminister Peter Beuth am Sonntag mit.

Polizisten treten Heimreise an

Schon in der Nacht zum Samstag waren mehrere Polizisten aus Hessen leicht verletzt worden. Die Zahl lag nach Angaben des Innenministeriums im unteren zweistelligen Bereich. Ob es am G20-Wochenende auch schwerere Verletzungen unter den Polizisten aus Hessen gegeben hat, werde sich erst in der Einsatznachbereitung zeigen, sagte ein Sprecher des Hessischen Innenministeriums.

Nach Ende des G20-Gipfels sollen die mehr als 1.100 Polizisten aus Hessen, die in Hamburg im Einsatz waren, am Sonntag die Heimreise antreten.

Sendung: youfm, 9. Juli 2017, 13 Uhr