Kicken kann hier keiner mehr: Wildschweine haben den Platz eines Fußballvereins in Herborn zerstört. Die Mitglieder sind verzweifelt. Dabei läuft es sportlich gerade richtig gut für sie.

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Die meisten Fußballspiele hat der SSC Juno Burg in dieser Saison auf dem heimischen Fußballplatz zwar gewonnen, aber einen viel wichtigeren Kampf hat er hier fürs Erste verloren: den gegen die Wildschweine. Seit Dezember haben sich die Tiere immer wieder unter dem Maschendrahtzaun durchgewühlt und den Platz umgegraben, auf der Suche nach Futter.

Die Folge: Der Tabellenführer der Kreisoberliga Gießen/Marburg West kann bis auf Weiteres keine Heimspiele mehr auf dem Platz im Herborner Stadtteil Burg (Lahn-Dill) austragen, wo er in dieser Saison erst ein Spiel verloren hat.

Was aber viel problematischer ist: Ein neuer Platz wird richtig teuer. "Mehrere zehntausend Euro" hat Schatzmeister Karl-Heinz Woyczyk veranschlagt, sagt er im Gespräch mit hessenschau.de. Zuerst hatte das Herborner Tagblatt berichtet.

Den Hartplatz haben Rowdys zerstört

Geld, das der Verein mit seinen 420 Mitgliedern, davon 200 im Jugendbereich, nicht hat. Denn erst einmal muss ein neuer, stabilerer Gitterzaun her, dann kommt der Rasen. Jetzt hofft Woyczyk auf Kreis und Land. Auch mit der Stadt werde es Gespräche geben. Ärgerlich, dass der Verein gerade wegen eines anderen Themas mit der Stadt Herborn über Kreuz liegt: der Hartplatz am Bürgerhaus.

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Der zerstörte Fußballplatz in Herborn-Burg.

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Den hatte der SSC Juno Burg zwar gepachtet, aber jetzt hat die Stadt den laufenden Vertrag außerordentlich gekündigt, sagt Burg - angeblich, um den Vertrag neu zu verhandeln. Dazu kommt, dass Unbekannte dort vor kurzem Schleuderübungen mit ihren Autos gemacht haben und der Platz jetzt von Kurven und Rillen zerfräst ist.

Hoffen auf Hilfe anderer Vereine

Jetzt hofft Woyczyk darauf, dass andere Vereine aus Herborn den SSC Juno Burg zumindest vorübergehend auf ihre Plätze lassen. Der Bedarf ist groß, denn es geht nicht nur um die beiden Senioren-Mannschaften, sondern auch um die fünf Mannschaften im Jugendbereich.

Aber eigentlich, sagt Woyczyk, war vor allem das Wetter im vergangenen Frühjahr das Problem: Weil durch den späten Frost die Obsternte schlechter ausfiel als sonst, müssen die Wildschweine nun anderswo nach Futter suchen - zum Leidwesen des Kassierers auch auf dem Platz des Aufstiegsaspiranten in die Gruppenliga.